Nachrichten-App Axel Springer plant Paywall für Upday

Mittwoch, 09. Dezember 2015
Jan-Eric Peters ist Chief Product Officer von Upday
Jan-Eric Peters ist Chief Product Officer von Upday
Foto: Axel Springer

Der Satz des gestrigen Abends bei Springer stammte von Vorstandschef Mathias Döpfner. Er lautete: "Money follows attention – hopefully." Der Satz gilt auch für das Angebot, das der bisherige "Welt"-Chefredakteur Jan-Eric Peters im Frühjahr 2016 starten wird. Zunächst in Deutschland und Polen, weitere Länder sollen folgen.

Die Aufmerksamkeit, vulgo Reichweite für die Nachrichten-App soll durch die hohe Verbreitung von Samsung-Smartphones garantiert werden. Der Hersteller ist exklusiver Vertriebspartner für "Upday". Weitere Hersteller sollen eines Tages hinzukommen. Aber zunächst verhandelt Springer-Manager Peter Würtenberger mit Samsung, die vorinstallierte App möglichst prominent auf dem Display zu platzieren.

Noch befindet sich "Upday" in der Betaphase. Insgesamt 26 lernfähige Algorithmen und pro Land jeweils sechs bis neun Redakteure werden künftig aus Artikeln hauseigener und fremder Medien auswählen, welche Artikel zu welchen Nachrichten der Nutzer als Top-News gezeigt bekommt.

Dazu kommen individualisierte News, zugeschnitten auf die jeweiligen Interessen und Bedürfnisse, die der Nutzer vorab angibt. Ist ausreichend Reichweite aufgebaut, hofft Springer auf entsprechende Einnahmen: durch "integrierte, nicht störende, sondern nativ eingebettete Werbung", wie es Würtenberger formuliert.

Zugute kommt Springer dabei, den Kunden zielgenau Angaben über die Nutzerinteressen liefern zu können. Zudem garantiert das Samsung-System ein Umfeld, auf das Adblocker keinen Zugriff haben. Geplant sind aber auch Premium-Angebote, für die der Nutzer zusätzlich zahlen soll, kündigte Peters am Dienstag an. Die Pay-Strategie nimmt Springer jedoch erst im zweiten Halbjahr 2016 in Angriff. Dann, wenn "Upday" ausreichend attention aufgebaut hat, damit tatsächlich money folgt – hopefully. usi

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