Nach der Rettung "Abendzeitung" wird mit dem "Straubinger Tagblatt" verzahnt

Mittwoch, 18. Juni 2014
Die "Abendzeitung" vermeldete die Rettung gestern auf ihrer Website
Die "Abendzeitung" vermeldete die Rettung gestern auf ihrer Website


Der neue Inhaber der Münchner "Abendzeitung" Martin Balle will die Kosten bei der Boulevardzeitung durch Synergien mit seinem "Straubinger Tagblatt" auf ein Drittel drücken. Dadurch soll sich die Zeitung künftig zumindest selbst tragen. Gewinne will der Verleger mit der "AZ" nicht erzielen. Er rechne mit jährlichen Kosten von höchstens zehn Millionen Euro pro Jahr, sagte der Verleger der "Süddeutschen Zeitung". Zuvor seien die laufenden Kosten dreimal so hoch gewesen. Um das zu schaffen, soll die "Abendzeitung" künftig eng mit der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung zusammenarbeiten. So wird die Zeitung künftig in den Druckereien von Balle hergestellt - bislang lief die Zeitung in den Druckereien der Frankfurter Societät vom Band. Dafür wird die "AZ" eigens auf das Berliner Format umgestellt, in dem auch das "Straubinger Tagblatt" erscheint.

Auch redaktionell werden die beiden Zeitungen zusammenrücken: So soll sich die geschrumpfte Redaktion der "Abendzeitung" künftig auf München und das Feuilleton konzentrieren, der überregionale Teil wird künftig wohl in erster Linie aus Texten des "Straubinger Tagblatts" bestehen. Von bislang rund 100 Mitarbeitern will Balle etwa 25 Redakteure übernehmen.

Gewinne wolle er mit der "Abendzeitung" keine machen, tragen solle sich die Zeitung aber selbst, so Balle gegenüber der "SZ". Dafür würde eine verkaufte Auflage von rund 30.000 Exemplaren ausreichen. Mindestens ein Jahr will der neue Verleger der "AZ" Zeit geben, um Weihnachten herum wolle er ein erstes Fazit ziehen.

Laut der "SZ" war Balle am Ende der einzige Interessent, der ein Angebot für die Tageszeitung und deren Online-Angebote abgegeben hat. Verleger Dirk Ippen, der den "Münchner Merkur" herausgibt, und der Verlag der "Süddeutschen Zeitung" hatten lediglich für die Website der "Abendzeitung" geboten. Der Kaufpreis soll bei weniger als einer Million Euro liegen. dh
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