Nach Unwettern in NRW Kachelmann fordert Tom Buhrow zum Rücktritt auf

Dienstag, 10. Juni 2014
Der Wetterblog von Jörg Kachelmann
Der Wetterblog von Jörg Kachelmann


Wenn es ums Wetter geht, ist Jörg Kachelmann in seinem Element. Auch wenn es darum geht, Kritik an Medien zu üben, läuft der Meteorologe regelmäßig zu Hochform auf. In seinem Blog wirft Kachelmann dem WDR nach den schweren Unwettern mit mehreren Toten in Nordrhein-Westfalen vor, die Bevölkerung nicht ausreichend gewarnt zu haben genug - und fordert WDR-Intendant Tom Buhrow zum Rücktritt auf.
Unter der Überschrift "Fünf Tote und der WDR: Treten Sie zurück Tom Buhrow" macht Kachelmann in seinem Blog Kachelmannwetter seinem Ärger über die aus seiner Sicht mangelhafte Informationspolitik des WDR Luft. Während er bereits morgens per Twitter vor schweren Gewittern gewarnt habe, habe man beim WDR die drohende Gefahr so lange ignoriert, bis die Gewitterfront bereits über Köln war, so der Vorwurf von Kachelmann. Als Beweis führt er einen Tweet des WDR 2 von 20.29 Uhr an, in dem der Westdeutsche Rundfunk laut dem Meteorologen zum ersten Mal vor dem Unwetter gewarnt hat.


Zugleich macht Kachelmann Buhrow persönlich für die seiner Meinung nach unzureichenden Warnungen vor dem Unwetter verantwortlich: "Was mögen Sie gestern getan haben, als Sie erfahren haben, dass es in dem Bundesland, dass Ihnen anvertraut wurde, schwere Gewitter geben wird?", fragt er den Intendanten. "Sind Sie in den Sender gefahren, um zu besprechen, wie man Warnungen in das Fernsehprogramm integrieren kann? Haben Sie mit Meteorologen Kontakt aufgenommen um zu erfahren, wann die wahrscheinlichste Eintreffenszeit der Unwetter ist?" Er wisse es zwar nicht, räumt Kachelmann ein, zögert aber nicht, nachzulegen: "Betrachtet man den Twitteraccount von WDR 2, liegt die Vermutung nahe, dass Sie den Pfingstmontag so verbracht haben, wie es wohl vorgesehen ist, wenn man de facto unkündbar ist: mit Nichtstun."

Zugleich gibt er dem WDR-Intendanten eine Mitschuld am Tod der Menschen, die am Montag durch das Unwetter umgekommen sind: "Durch Ihr Nichtstun sind Sie mitverantwortlich, dass Menschen verletzt und getötet wurden. Wäre der WDR in den USA tätig, würden jährlich Tausende Menschen in Hurricanes und Tornados sterben." Und Kachelmann fordert Buhrow schließlich kurzerhand zum Rücktritt auf. Seine WDR-Pensionberechtigung im "Kanzlerformat" sei ihm ja ohnehin sicher.

Ob und in welchem Umfang der WDR im Fernsehprogramm und über Radio vor den schweren Unwettern gewarnt hat, lässt Kachelmann übrigens offen. "Es hilft nichts, falls Sie mal kurz abends eine Unwetterwarnung nach den Nachrichten gehabt haben sollten. Von denen gibt es inzwischen so viele, dass das kaum noch jemand ernst nimmt", schreibt er in einem "Nachtrag". dh
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