Nach Quoten-Desaster "Millionärswahl" wird eingedampft

Montag, 13. Januar 2014
Jeannine Michaelsen und Elton moderierten die "Millionärswahl" (Bild: Pro Sieben)
Jeannine Michaelsen und Elton moderierten die "Millionärswahl" (Bild: Pro Sieben)


Genug ist genug: Pro Sieben Sat.1 zieht nach katastrophalen Quoten und ebenso miesem Medienecho bei der "Millionärswahl" die Reißleine. Statt der eigentlich noch ausstehenden sechs werden nur noch zwei Folgen gezeigt. So werden am kommenden Samstagabend um 22.15 Uhr zunächst alle 35 Kandidaten in kurzen Einspielern vorgestellt, die Zuschauer haben dann bis zum Folgetag die Möglichkeit, online und per Telefon für ihre Favoriten abzustimmen. Am darauf folgenden Samstag schließlich wird, ebenfalls ab 22.15 Uhr, in einer Live-Sendung aus sieben Finalisten der Sieger ermittelt. Die frei werdenden Sendeplätze besetzen Pro Sieben und Sat.1 mit Spielfilmen.

Dieser Schritt ist nur konsequent. Denn schon die Premierensendung stand unter keinem guten Stern: 1,89 Millionen Zuschauer und nur 6,8 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum entsprachen ebenso wenig den Erwartungen wie 1,21 Millionen Zuschauer und 10,7 Prozent Marktanteil in der jungen Zielgruppe (siehe der Tweet von Pro Sieben unten). Fast genauso schlimm nahm sich jedoch das Nachspiel aus: Die Studiokandidaten kippten mit ihren Stimmen die Wahl des Publikums, was für ein katastrophales Medienecho und heftige Kritik in sozialen Netzwerken sorgte.



Die Macher sahen sich schließlich gezwungen, das Abstimmunsgverfahren zu ändern. Allein, es half nichts, denn bei der zweiten Folge gingen die Quoten endgültig in den Keller: Insgesamt schalteten nicht einmal mehr eine Million Zuschauer ein. In der jungen Zielgruppe erreichte die "Millionärswahl" mit gerade einmal 620.000 Zuschauern gar nur indiskutable 5,6 Prozent Marktanteil. Offenbar zu wenig für den Sender, um noch an Besserung zu glauben.

Pro Sieben versucht indes, dem Debakel etwas Positives abzugewinnen: "Das innovative Konzept der 'Millionärswahl' hat in den sozialen Medien und darüber hinaus für große Resonanz gesorgt. Themen wie behindertengerechtes Wohnen, eine neue Form der sexuellen Aufklärung oder die Legalisierung des Cannabis-Konsums haben neue Impulse bekommen", heißt es in einer Mitteilung des Senders.

Dennoch bleibt unter dem Strich stehen: Was als Experiment in Fernsehdemokratie gestartet war, scheitert am Zuschauerzuspruch - auch das ist Demokratie, wie Moderator Elton auf Facebook enttäuscht zugibt:



ire
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