Nach Instagram-Stories Facebook testet Snapchat-ähnliche Kamerafunktion

Montag, 08. August 2016
So sieht der Newsfeed für brasilianische und kanadische Nutzer aus.
So sieht der Newsfeed für brasilianische und kanadische Nutzer aus.
Foto: Facebook

Facebook forciert weiter seine Klon-Strategie: Nach dem Launch der neuen Funktion Instagram Stories vergangene Woche, testet der Konzern von Chef Mark Zuckerberg laut Medienberichten eine Snapchat-ähnliche Kamerafunktion im Newsfeed von Facebook.
Nutzer in Brasilien und Kanada finden ab sofort einen etwas veränderten Newsfeed vor. An oberster Stelle öffnet sich beim Öffnen der App automatisch ein Kamerafenster, das dazu animieren soll, Bilder und Videos zu produzieren und zu teilen. Das sofortige Öffnen der Kamerafunktion kommt aktiven Snapchat-Nutzern sicherlich bekannt vor. Und noch eine Neuerung erinnert sehr stark an die gelbe App mit dem Geist: Facebook erlaubt den Test-Nutzern die Benutzung von Gesichts-Filtern und anderen Bildbearbeitungsfunktionen, wie man sie von Snapchat kennt. Anlässlich der gerade stattfindenden Olympischen Spiele in Rio de Janeiro können Nutzer etwa ihr Gesicht mit der brasilianischen Flagge oder dem Schriftzug "Go Canada!" schmücken (siehe Video unten). Dafür integriert Facebook zum ersten Mal das zu Beginn des Jahres gekaufte Startup MSQRD aus Weißrussland in seine App. Mit dessen beliebter Anwendung können Nutzer Masken auf ihr Gesicht projizieren.
Pläne, diese Funktion möglichst bald auch außerhalb der Testländer verfügbar zu machen, gibt es derzeit zwar nicht, aber sollten die brasilianischen und kanadischen Nutzer mehr Content produzieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass Mark Zuckerberg diese Funktion weltweit verfügbar macht. Der Konzern leidet nämlich seit Längerem daran, dass viele Nutzer die App nur noch passiv nutzen und selbst kaum mehr Inhalte produzieren. "Die Art und Weise, wie Menschen Inhalte teilen, hat sich stark verändert", sagt Facebook Product Manager Sachin Monga gegenüber "Techcrunch". Statt Text wolle man sich nun auf Bilder und Videos fokussieren. Immerhin konzentriere sich der Verfasser eines Posts heutzutage nicht mehr auf eine weiße Text-Box, sagt Monga, sondern auf die Kamera.

Nach der in der vergangenen Woche ausgerollten Funktion Instagram-Stories kommt somit also der nächste Snapchat-Klon an den Start. Facebook versucht schon seit Längerem dem aufstrebenden Konkurrenten Paroli bieten zu können. Mark Zuckerberg war 2013 mit einem Übernahmeangebot bei Snapchat-CEO Evan Spiegel abgeblitzt und versuchte daraufhin mehrmals, seinen Konkurrenten zu klonen - bislang aber mit mäßigem Erfolg: Der erste Versuch, Snapchat mit Slingshot eine eigene App für verschwindende Inhalte entgegenzusetzen, ging in die Hose - das Produkt wurde wieder eingestellt. Dann entwickelte Facebook noch die App Poke, in der Nachrichten nach einiger Zeit automatisch gelöscht wurden. Doch auch diese Anwendung floppte. ron
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