Nach Hogan-Klage Blog-Netzwerk Gawker stellt Insolvenzantrag

Montag, 13. Juni 2016
Die beeindruckenden Gawker-Zahlen könnten bald der Vergangenheit angehören
Die beeindruckenden Gawker-Zahlen könnten bald der Vergangenheit angehören
Foto: Screenshot gwaker.com

Das US-Blogger-Netzwerk Gawker will sich nach der teuren Prozess-Niederlage gegen Wrestler Hulk Hogan mit einem Insolvenzverfahren retten. Hogan hatte wegen der Veröffentlichung von Fragmenten eines Sex-Videos im März 140 Millionen Dollar zugesprochen bekommen. In dem Insolvenzantrag vom Freitag wird er als größter Gläubiger mit einem Betrag von 130 Millionen Dollar aufgeführt.

Die Zahlung ist allerdings noch umstritten, das Unternehmen hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Das Insolvenzverfahren nach dem sogenannten "Chapter Eleven" (Abschnitt 11 des US-Insolvenzgesetzes) schützt zunächst vor Forderungen der Gläubiger und gibt dem Unternehmen damit Zeit, sich neu zu sortieren.

Unterdessen versucht Gawker, mit dem Verkauf einiger seiner sieben Blogs Geld zu heben. Geplant ist eine Auktion im Rahmen des Insolvenzverfahrens. Die Medienfirma Ziff Davis, die zum Beispiel das "PC Magazine" herausgibt, habe bereits ein Startgebot von 90 Millionen Dollar für einige Websites wie das Technologie-Blog "Gizmodo" eingereicht, berichtete das "Wall Street Journal".

Der Fall bekam zusätzliche Aufmerksamkeit, als vor einigen Wochen bekannt wurde, dass Silicon-Valley-Milliardär und Paypal-Mitbegründer Peter Thiel Hogans Anwaltskosten von rund zehn Millionen Dollar übernommen hat. Das löste in den USA eine Debatte über die Macht der Reichen aus, ungeliebte Medien aus dem Geschäft zu drängen. Gawkers inzwischen eingestelltes Klatschblog "Valleywag" hatte 2007 Thiels Homosexualität enthüllt. dpa

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