Nach "FT"-Deal Pearson will auch "The Economist" verkaufen

Montag, 27. Juli 2015
Ausschnitt aus dem aktuellen "The Economist"-Cover
Ausschnitt aus dem aktuellen "The Economist"-Cover
Foto: economist.com

Nach dem angekündigten Verkauf der "Financial Times" will die britische Pearson-Gruppe auch ihren Anteil am Wirtschaftsmagazin "The Economist" loswerden. Wie Pearson am Samstag bestätigte, ist die Gruppe in Gesprächen über einen Verkauf. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, der Konzern wolle seinen Anteil von 50 Prozent an der "Economist"-Muttergesellschaft an die übrigen Anteilseigner veräußern.
Unter anderem gehören Anteile der Bankiersfamilie Rothschild und der italienischen Unternehmerfamilie Agnelli. Der "Economist" ist eines der renommiertesten Wirtschaftsmagazine der Welt und hat eine Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren. ​Im vergangenen Geschäftsjahr machte die Gruppe, zu der neben der Zeitschrift diverse weitere Informationsangebote auch für Unternehmenskunden gehören, einen operativen Gewinn von 60 Millionen Pfund (84,8 Mio Euro).
"The Economist"-Cover der Ausgabe vom 25. Juli 2015
"The Economist"-Cover der Ausgabe vom 25. Juli 2015 (Bild: economist.com)
Die Investmentfirma der Agnelli-Familie, Exor, bestätigte am Samstag Verhandlungen über eine Aufstockung ihres Anteils am "Economist". Es würde aber keine Mehrheitsübernahme angestrebt, hieß es. Es sei auch nicht klar, ob eine Transaktion überhaupt zustande kommt. Die komplizierte Eigentümerstruktur der "Economist"-Gruppe gilt als Hürde bei einem geplanten Verkauf, die andere Interessenten abgeschreckt haben könnte.

Pearson hatte am Donnerstag den geplanten Verkauf der Wirtschaftszeitung "Financial Times" an die japanische Nikkei-Mediengruppe für 844 Millionen Pfund angekündigt. Die Gruppe will sich stärker auf ihr Kerngeschäft mit Bildungsangeboten konzentrieren, unter anderem verkauft sie Schulbücher. Berichten zufolge hatte auch der deutsche Medienkonzern Axel Springer Interesse an der "FT". Kurz vor Bekanntgabe des geplanten Verkaufs an Nikkei hatte Springer aber mitgeteilt, das Unternehmen werde die "FT" nicht kaufen. dpa
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