Nach Eklat in Konferenz "Die Welt" schmeißt Matthias Matussek raus

Dienstag, 17. November 2015
Stein des Anstoßes: Das Posting von Matthias Matussek
Stein des Anstoßes: Das Posting von Matthias Matussek
Foto: Screenshot Facebook

Die Welt-Gruppe hat sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Autor Matthias Matussek getrennt. Eine Redaktionskonferenz am Dienstag war offenbar eskaliert, nachdem erneut das umstrittene Posting des streitbaren Autors zur Sprache kam.
Matussek habe Welt-Chefredakteur Jan-Eric-Peters in der Konferenz als "durchgeknalltes Arschloch" bezeichnet, berichtet Meedia. Auch den stellvertretenden Chefredakteur Ulf Poschardt soll Matussek demnach als "Arschloch" tituliert haben. Daraufhin sei der ehemalige "Spiegel"-Kulturchef aus der Konferenz geflogen. Mittlerweile hat sich die "Welt" mit sofortiger Wirkung von dem Autor getrennt, wie Axel Springer auf Anfrage bestätigte. Zu den Gründen für die Trennung wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Der Streit zwischen Matussek und der Chefredaktion der "Welt" war aber ohnehin in wesentlichen Teilen via Facebook und Twitter öffentlich ausgetragen worden und hatte sich in den vergangenen Tagen hochgeschaukelt. Anlass für den Zoff war ein Facebook-Posting von Matussek zu den Terroranschlägen von Paris am Freitag. "Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen..", hatte der bekennende Katholik in der Nacht auf Samstag bei Facebook gepostet - versehen ursprünglich mit einem lächelnden Smiley.

"Welt"-Chefredakteur Jan-Eric Peters hatte das Posting bei Facebook daraufhin als "durchgeknallt" bezeichnet und sich im Namen der "Welt" von Matussek distanziert. Auch "Bild"-Chef Kai Diekmann hatte das Posting kritisiert. Matussek selbst bezeichnete das Smiley als "Ausdruck sarkastischer Verzweiflung", änderte es aber nachträglich in ein traurig aussehendes. dh
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