Nach Einzug ins Parlament Martin Sonneborn will EU "melken"

Montag, 26. Mai 2014
Martin Sonneborn hat den Einzug ins EU-Parlamant geschafft (Foto: Jo Henker)
Martin Sonneborn hat den Einzug ins EU-Parlamant geschafft (Foto: Jo Henker)


Das kann ja heiter werden: Martin Sonneborn, Spitzenkandidat der Satire-Partei DIE PARTEI hat den Einzug ins europäische Parlament geschafft. Nun will die Spaßpartei möglichst viele Mitglieder durchs Parlament schleusen und die EU "melken wie ein kleiner südeuropäischer Staat". Durch den Wegfall der Drei-Prozent-Hürde hat DIE PARTEI neben anderen Splitterparteien erstmals den Einzug ins EU-Parlament geschafft. Rund 180.000 Stimmen beziehungsweise 0,6 Prozent der Stimmen reichten der Parodie-Partei für einen Sitz im Europäischen Parlament. Lange will sich Sonneborn allerdings nicht mit der parlamentarischen Arbeit aufhalten. Bereits nach einem Monat will der ehemalige Chefredakteur des Satire-Magazins "Titanic" sein Mandat wieder abgeben. "Ich werde mich vier Wochen lang intensiv auf meinen Rücktritt vorbereiten", sagte Sonneborn der Deutschen Presse-Agentur dpa.

In der kommenden Legislaturperiode will DIE PARTEI nun möglichst viele Mitglieder im Parlament unterbringen: "Wir werden versuchen, monatlich zurückzutreten, um 60 Parteimitglieder durchzuschleusen durch das EU-Parlament", kündigte Sonneborn an. "Das heißt, dass sich jedes dieser Mitglieder einmal für 33.000 Euro im Monat Brüssel anschauen kann und dann zurücktritt und noch sechs Monate lang Übergangsgelder bezieht. Wir melken also die EU wie ein kleiner südeuropäischer Staat." Zweifel an diesem Vorgehen plagen den Satiriker nicht: "Ich glaube nicht, dass wir die Verrücktesten sind im Europaparlament."

DIE PARTEI hatte im Wahlkampf erneut mit Gaga-Aktionen wie einem nur aus Geräuschen bestehenden Radio-Spot, einem unverblümten Werbespot für das Satire-Magazin "Titanic" oder dem Plakat "Hände weg von deutschen Titten - Nein zur EU-Norm-Brust" für Schlagzeilen gesorgt. dh

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