#OEZ Schüsse in München versetzen Medien in Ausnahmezustand

Samstag, 23. Juli 2016
Die ARD-Tagesthemen berichteten am Freitagabend mehrere Stunden lang über de Anschlag in München
Die ARD-Tagesthemen berichteten am Freitagabend mehrere Stunden lang über de Anschlag in München
Foto: ARD
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Seit Freitagabend schaut Deutschland wie gebannt nach München. In der bayerischen Landeshauptstadt starben - Stand Samstagmorgen - zehn Menschen. Terroranschlag? Amoklauf? Islamistischer oder rechtsextremistischer Hintergrund oder einfach nur ein verwirrter Einzeltäter? Die Hintergründe sind noch immer unklar. Was die Arbeit der Tageszeitungen, die am Tag nach der Bluttat mehrheitlich mit dem Thema aufmachen, am späten Freitagabend sicher zu einer Herausforderung machte. Reaktionen zuhauf gibt es freilich auch in den sozialen Medien, vor allem auf Twitter. Ein Thema war - mal wieder - auch das Bild, das die Medien am Freitag abgaben - und das FAZ-Kollege Michael Hanfeld heute treffend als "Endlosschleife der Spekulation" beschreibt. HORIZONT Online hat einige Tweets und die Titelseiten der Tageszeitungen zusammengestellt.
Dieser Freitagabend wird in Erinnerung bleiben. Nach der schrecklichen Bluttat mitten in München mit zur Stunde 10 Toten haben Menschen aus aller Welt im Social Web oder vor Fernsehkameras ihr Beileid bekundet. Darunter auch US-Präsident Barack Obama, die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und der neue britische Außenminister Boris Johnson.
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Dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel anders als SPD-Chef Sigmar Gabriel, Justizminister Heiko Maas und FDP-Mann Christian Lindner bis zum späten Freitagabend nicht zu Wort meldete war ebenso ein Thema im Social Web wie - wieder einmal - die Berichterstatung der Medien. Anders als der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, der einen wirklich guten Job machte und selbst bei den abenteuerlichsten Fragen einen kühlen Kopf bewahrte, schienen die Medien teilweise überfordert.

Insbesondere der Umstand, dass Gerüchte, Bilder und Videos aus den sozialen Medien auch von den öffentlich-rechtlichen Sendern thematisiert und damit ungeprüft verbreitet wurden, fiel negativ auf. Vor allem das ZDF, das sehr lange brauchte, um überhaupt live zu berichten und erst  einen Krimi und später "Sketch History" zeigte, bekam sein Fett ab. "Super - zeigt Zombieland nicht wg. und sie senden aller ernstes die Sketchparade", lautet ein Tweet, der stellvertretend für viele steht. 

Die ARD war zwar schnell mit einer Sondersendung zur Stelle, leistete sich aber einen veritablen Fauxpas, als sie eine falsche Notfall-Hotline einblendete. Aber auch N24 hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Dass der Nachrichtensender Bilder von Opfern zeigte, kam bei der Social-Media-Gemeinde nicht gut an. Die "Bild"-Zeitung lässt heute ebenfalls Fingerspitzengefühl vermissen und zeigt auf ihrer Titelseite ein Bild eines mit einem blutbefleckten Leichentuch bedeckten Opfers. 

Wie so oft werden auch die sozialen Medien und der Umgang damit selbst zum Thema. "Die sozialen Netzwerke sind ein großes Problem, da wird sehr viel Halbwissen geteilt", machte Polizeisprecher Martins angesichts der kursierenden Bilder und Videos vom Polizeieinsatz seinem Ärger Luft. Und erhielt viel Unterstützung: "Bei allem Verständnis für Live-News: Wie verantwortungslos ist es, Bilder vom Einsatz zu twittern!!", brachte es Fischer-Appelt-Manager Frank Behrendt auf den Punkt. mas 

Die Twitter-Reaktionen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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