NRW Private Hörfunkkette liegt auf Eis

Montag, 15. Dezember 2014
In NRW warten elf UKW-Frequenzen auf einen Betreiber
In NRW warten elf UKW-Frequenzen auf einen Betreiber
Foto: Oleksiy Mark/Fotolia

Die Entscheidung darüber, wer den Zuschlag für die neue private Hörfunkkette in Nordrhein-Westfalen erhält, ist verschoben. In ihrer Sitzung am vergangenen Freitag hat die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen beschlossen, die Entscheidung über die Vergabe zu verlegen. Am 23. Januar will sich die Medienkommission dann erneut mit der Angelegenheit befassen.
Grund für die Verschiebung ist laut LfM-Direktor Jürgen Brautmeier der Diskussionsbedarf, der mit der Entscheidung verbunden ist. Die rund 80-seitige Vorlage habe die Mitglieder der Medienkommission, die über die Vergabe entscheidet, erst eine Woche vor der Sitzung erreicht.  Eine ausführliche Diskussion des Sachverhalts sei nicht ungewöhnlich. Der 28-köpfigen Medienkommission gehören Vertreter des Landtags, der Kirchen, Hochschulen, Sozialverbände und anderer Gruppierungen an. Bei der Ausschreibung handelt es sich um elf UKW-Frequenzen, die Basis für einen neuen, werbefinanzierten Radiosender im bevölkerungsreichsten Bundesland bilden. Für die Kette hatten sich Ende April zwölf Interessenten beworben, von denen elf zugelassen wurden. Hit-Radio FFH aus dem hessischen Bad Vilbel war ausgeschlossen worden mit der Begründung, dass die Bewerbungsfrist nicht eingehalten worden sei.

Die Kette könnte einen Quantensprung in der medienpolitischen Historie Nordrhein-Westfalens markieren. Denn bislang gibt es dort keinen landesweiten Privatsender. Dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) stehen 45 Lokalradios gegenüber. Diese übernehmen zwölf bis 21 Stunden am Tag das zentrale Rahmenprogramm von Radio NRW: Hinter Radio NRW stehen die im Pressefunk Nordrhein-Westfalen zusammengeschlossenen Verleger  (59 Prozent), RTL Radio Deutschland (16,1 Prozent), aber auch der WDR (24,9 Prozent). pap
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