NOAH P7S1-Chef Ebeling empfiehlt Startups in TV zu investieren

Mittwoch, 08. Juni 2016
P7S1-Chef Thomas Ebeling
P7S1-Chef Thomas Ebeling

Thomas Ebeling, CEO von Pro Sieben Sat 1, spricht nicht sehr häufig auf öffentlichen Bühnen. Deshalb war ihm die Aufmerksamkeit auf der Konferenz Axel Springer NOAH Berlin, Europas führendem Branchentreffen für die Digitalwirtschaft, gewiss. Er nutzte die Gelegenheit, um den zahlreichen Startup-Managern eine Message mit auf den Weg zu geben: "Investiert in TV-Werbung."
"Wenn wir im TV Werbung zeigen, schauen sie auch reale Menschen“, sagte Ebeling und verwies auf die zahlreichen Probleme, mit denen die digitale Werbewirtschaft derzeit zu kämpfen hat – unter anderem eben AdFraud. Acht bis 12 Prozent der digitalen Reichweite sei Robot-Traffic. Ebeling versuchte die Startup-Manager mit weiteren Argumenten zu überzeugen.
„Im Fernsehen gibt es keine Adblocker.“
Thomas Ebeling
Stichwort Viewability: 63 Prozent der Online-Werbe-Ads seien nicht sichtbar. Stichwort Autoplay: 51 Prozent der Onlinevideos werden vom Konsumenten nicht gestartet. Stichwort Qualität: 15 Prozent der Digitalwerbung werde in einem Umfeld geschaltet, die Risiken für die Markenwahrnehmung habe. „Und im Fernsehen gibt es keine Adblocker.“ Das Fazit des P7S1-CEO: Startups sollten in TV investieren, um groß zu werden. Welche Wirkung eine TV-Kampagne beim Start eines neuen Unternehmens entfalten kann, hatte der Fernseh-Riese mit seiner „Schrei-vor-Glück“-Kampagne für den Online-Händler Zalando unter Beweis gestellt. Und die jungen Startup-Chefs hätten diesen Trend bereits erkannt. Bei P7S1 kommen 20 Prozent der TV-Werbebuchungen von Digitalunternehmen, so Ebeling. Der Wert werde in wenigen Jahren auf 35 Prozent steigen. Die Startups selbst stecken bereits über 70 Prozent ihres Mediabudgets ins Fernsehen.

Aus diesen Zahlen schließt Ebeling: „TV ist nicht tot, sondern sehr lebendig.“ Den Startup-Managern sagte er: „Ihr nutzt alle ein Smartphone und schaut auf Netflix Filme und Serien. Aber der durchschnittliche Bürger ist nach wie vor in einer Lean-back-Haltung.“ Eine TV-Disruption sehe er nicht.

Zumindest in den Geschäftszahlen von P7S1 ist eine Disruption erkennbar. Ebeling betont zwar, dass TV immer noch das Kerngeschäft sei, dennoch kommen inzwischen 48 Prozent der Einnahmen nicht mehr aus der Fernsehwerbung.  ron
Meist gelesen
stats