NDR-Hörfunkchef Umstieg auf digitales Radio dauert zehn Jahre

Montag, 29. August 2016
Radio: DAB+ legt genau wie die Internetnutzung bei Hörern um 4 Prozent zu
Radio: DAB+ legt genau wie die Internetnutzung bei Hörern um 4 Prozent zu
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Joachim Knuth Dab+ Digitalradio NDR ARD Digitalisierung


Der Umstieg vom UKW- auf Digitalradio mit dem Standard DAB+ wird nach Einschätzung des NDR-Hörfunkdirektors Joachim Knuth noch Zeit brauchen. "Wenn wir in den nächsten vier Jahren die Weichen insofern gestellt haben, dass DAB+ nicht mehr aufzuhalten ist – dann denke ich, dass der Umstieg etwa zehn Jahre dauern wird", sagte Knuth den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

Die Zukunft des Radios liege nicht allein im Internet. Es brauche weitehin einen eigenen Ausspielkanal, sagte Knuth. Ein Grund sei, dass das Radio in Krisenzeiten zur Information der Bevölkerung gebraucht werde. Knuth rechnet damit, dass es bis 2025 in Deutschland ein geschlossenes DAB+-Netz geben wird.

Der digitale Radiostandard DAB+ soll nach dem Willen der ARD das analoge UKW-Netz ersetzen. UKW sei frühestens verzichtbar, wenn mindestens 80 Prozent der Haushalte über ein DAB+-taugliches Empfangsgerät verfügten, sagte Knuth. Derzeit seien es etwa zehn Prozent.

Das Redaktionsnetzwerk verwies auf Schätzungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), wonach die Umstellung knapp 600 Millionen Euro kosten soll. Die ARD darf bis 2020 rund 90 Millionen Euro für die Digitalisierung des Radios ausgeben. dpa

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