Musikverwertung Youtube und GEMA begraben das Kriegsbeil

Dienstag, 01. November 2016
Youtube einigt sich mit der GEMA
Youtube einigt sich mit der GEMA
Foto: Unternehmen

Youtube und die Verwertungsgesellschaft GEMA einigen sich: Nach sieben Jahren zäher Verhandlungen haben die beiden Parteien nun im Konflikt um Copyrights eine Lösung erzielt. Künftig kommen deutsche Nutzer in den Genuss der bislang teils gesperrten Inhalte von Musikverlagen, Songwritern und Komponisten, sofern diese bei der GEMA vertreten sind. Die Künstler erhalten nun für die Abrufe Geld.
Mit diesem Lizenzvertrag, den Youtube und die GEMA heute unterzeichnet haben, erhalten die von der GEMA vertretenen 70.000 Musikurheber und Verleger eine Vergütung für die Nutzung ihrer urheberrechtlich geschützten Musikwerke. Für die Nutzer heißt das: Musikvideos, die unter Gema-Lizenz laufen, für die Youtube bislang nicht bezahlen wollte, werden freigeschaltet. Die Vereinbarung deckt laut GEMA neben dem herkömmlichen werbefinanzierten Dienst auch den neuen Bezahldienst Youtube Red ab, den die Google-Tochter bereits in den USA anbietet und der auch in Europa starten soll. "Der Vertragsabschluss mit Youtube ist ein deutliches Signal an alle Online-Plattformen, die ihr Geschäftsmodell mit der Kreativität der Musikschaffenden erfolgreich aufbauen. Die Urheber müssen für die Nutzung ihrer Musikwerke angemessen vergütet werden. Dafür wird sich die GEMA auch weiterhin aktiv einsetzen", sagt Thomas Theune, Direktor Sendung und Online bei der GEMA. Für Youtube ist dieser Vertrag "ein bedeutender Schritt zur Stärkung des Online-Musikmarkts in Deutschland", weil er Möglichkeiten für weltweite Distribution und Erlöse eröffne. Youtube-Nutzer hätten künftig immerhin Zugang zu Musikinhalten, die vorher nicht verfügbar waren, Künstler hätten nun mehr Chancen, ihre Inhalte zu monetarisieren. Christophe Muller, Head of International Music Partnerships bei Youtube, lässt sich in einer Mitteilung folgendermaßen zitieren: "Wir freuen uns sehr, eine Vereinbarung mit der GEMA gefunden zu haben, die es uns ermöglicht, Einnahmen für ihre Mitglieder zu generieren und neuen Musiktalenten die Chance zu geben, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Youtube hat sich als eine bedeutende Werbe- und Einnahmequelle für Musiker etabliert, und wir freuen uns, dass die GEMA-Mitglieder künftig von ihrer kreativen Arbeit auf Youtube profitieren können."

Doch alle Unstimmigkeiten scheinen noch nicht beseitigt zu sein. Aus Sicht der GEMA gibt es weiterhin unterschiedliche Rechtsauffassungen zwischen den beiden Parteien darüber, ob Youtube oder die Uploader für die Lizenzierung der genutzten Musikwerke verantwortlich sind. Ungeachtet dieser verschiedenen Auffassungen solle der aktuelle Vertrag "eine sichere Grundlage" für weitere zukünftigere Verhandlungen sein. "Trotz Abschluss dieses Vertrages ist die Politik gefordert, einen klaren Rechtsrahmen zu schaffen", bekräftigt Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA. "Der wirtschaftliche Wert kultureller und kreativer Werke muss auch den Schöpfern der Werke zugutekommen. Hier muss ein modernes Urheberrecht geschaffen werden, das den Musikschaffenden ermöglicht, ihren wirtschaftlichen Anteil an der digitalen Wertschöpfung geltend zu machen." ron 
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