Musikstreaming Soundcloud startet Abo-Service jetzt auch in Deutschland

Mittwoch, 07. Dezember 2016
Soundcloud will endlich Geld verdienen.
Soundcloud will endlich Geld verdienen.
© Soundcloud
Themenseiten zu diesem Artikel:

Soundcloud Amazon Spotify Start-up Alexander Ljung Streaming


Nun also auch der Heimatmarkt: Der deutsche Musikstreaminganbieter Soundcloud startet heute seinen kostenpflichtigen Abo Service namens Soundcloud Go und geht damit in die Offensive gegen Amazon, Spotify und Co. Für Soundcloud könnte das der Durchbruch auf dem Weg zu einem langfristigen Geschäftsmodell sein.
Zumindest was das Angebot verfügbarer Musiktitel betrifft, kann das Berliner Start-up mit seinem neuen Abo-Service protzen: Stolze 135 Millionen Tracks will das Unternehmen hinter der Bezahlschranke anbieten und verfügt somit deutlich mehr Auswahl als die branchenüblichen 30 bis 40 Millionen Songs. Beim Preis hat sich Soundcloud mit 9,99 Euro pro Monat aber beim Marktstandard orientiert - die Angebote von Spotify, Amazon, Deezer und Tidal kosten genauso viel. Ebenso wie die Wettbewerber hält Soundcloud den zahlenden Kunden zudem von Werbung fern. "Es war ein großes Jahr für Soundcloud, das mit dem Launch von Soundcloud Go in unserem Heimatland nun seinen Höhepunkt erreicht", kommentiert Alexander Ljung, Mitgründer und CEO, die neuen Pläne. Deutschland sei in den vergangenen zehn Jahren ein besonderes Zuhause für das Unternehmen gewesen, heißt es. "In erster Linie wegen seiner immer weiterwachsenden Bedeutung als Tech-Standort und seiner unglaublichen Musikszene." Das Unternehmen sitzt mittlerweile in Berlin und London.
Alex Ljung, CEO von Soundcloud
Alex Ljung, CEO von Soundcloud (Bild: Soundcloud)
Der Bezahldienst Soundcloud Go ist im März diesen Jahres in den USA gestartet und mittlerweile in Großbritannien, Irland, Australien, Neuseeland, Frankreich und Kanada verfügbar. Aktuelle Zahlen zu zahlenden Kunden in den dortigen Märkten kommuniziert das Unternehmen bislang nicht.

Der kostenfreie Service soll erhalten bleiben, künftig jedoch um "eine Reihe von Werbemöglichkeiten ergänzt" werden. So soll es Werbungtreibenden künftig möglich sein, Audio-Werbung, Native-In-Stream-Advertising sowie horizontale und vertikale Video-Werbung zu schalten. Außerdem seien künftig promotete Profile und Creator-Partnerschaften möglich. Alle Werbeformate werden "nahtlos in das Soundcloud-Erlebnis eingefügt", heißt es in einer Mitteilung.

Weil sich das Berliner Start-up in den vergangenen Jahren Zeit gelassen hatte mit dem Geldverdienen, wurden vor wenigen Wochen Stimmen laut, das Unternehmen stünde kurz vor einer Übernahme durch Spotify. Der Streamingdienst aus Schweden sei Medienberichten zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen mit Soundcloud und würde sich den Deal stolze 700 Millionen US-Dollar kosten lassen. Damit könnte sich der Branchenprimus weiter von der Konkurrenz absetzen und vor allem sein Angebot stark ausbauen. ron
Meist gelesen
stats