Musikstreaming Dienste bringen Major Labels erstmals eine Milliarde

Donnerstag, 20. März 2014
Der Umsatz mit Musikdiensten knackte erstmals die Milliardenmarke
Der Umsatz mit Musikdiensten knackte erstmals die Milliardenmarke

Spotify & Co setzen ihren Siegeszug fort: Wie der Weltverband Tonträgerindustrie am Dienstag in London mitteilte, kletterten die Erlöse aus Musikstreamingdiensten für die Plattenfirmen 2013 erstmals über 1,1 Milliarden Dollar. Global gesehen bedeutet das eine Steigerung um 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zwar steuerte das Streaming nur 7,4 Prozent zu den Gesamterlösen der Branche bei, da es in vielen Ländern noch ganz am Anfang steht. Trotzdem sind weltweit bereits 28 Millionen Kunden Abonnenten der neuen digitalen Musikdienste.

Kein Grund für den Weltmarktführer Spotify, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen: Gerade verkündete das schwedische Unternehmen, in Deutschland erstmals ein Joint Venture mit einem Radiosender einzugehen. Unter dem Titel "BigFM Spotify Show" will der Sender BigFM eine wöchentliche dreistündige Radiosendung ausstrahlen, deren Kernthema die neusten nationalen und internationalen Musiktrends sind. Dazu wertet Spotify für seinen Partner die Daten seiner Streamingnutzer aus und erstellt für den Jugendsender verschiedene Hitlisten der meistgespielten Titel.

So nimmt Spotify Kritikern, die Streamingdienste als den Todbringer für das klassische Radio bezeichnen, den Wind aus den Segeln. "Radio ist eher ein wichtiger Partner als ein Konkurrent, weil es kuratiert und damit das leistet, was Spotify nicht leisten kann," erklärte Stefan Zilch im Interview mit HORIZONT. Die Zusammenarbeit bietet für sein Unternehmen eine gute Chance das Streaming in Deutschland noch weiter zu verbreiten. Für Kristian Kropp, den Geschäftsführer von BigFM, liegt der Mehrwert der Kooperation vor allem darin, dass der Sender durch die Daten seine Zielgruppe besser kennenlernen und die Senderfarbe an die Vorlieben der Hörer anpassen kann: "Die Informationen der Spotify-Community ermöglichen uns, Trends deutlich früher zu erkennen," sagt er. Außerdem will der Sender "bestehende Konventionen fundiert in Frage stellen" und das Programm deutlich interaktiver gestalten. hor

Mehr zu diesem Thema im Report Hörfunkmarketing I, HORIZONT 12/2014.

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