Multiscreen-Studie von Goetzpartners Smart-TV bis 2015 mit 55 Prozent Marktdurchdringung

Freitag, 13. September 2013
Goetzpartners untersucht "Erfolgsstrategien im Multiscreen Ecosystem"
Goetzpartners untersucht "Erfolgsstrategien im Multiscreen Ecosystem"


Die immer stärkere Verbreitung internetfähiger Endgeräte steigert die Möglichkeiten zum TV-Konsum rasant. Wie rasant, hat nun das Beratungsunternehmen Götzpartners aufgeschlüsselt. Demnach wird die Zahl der smarten Devices bis 2015 in Deutschland um 80 Millionen auf 105,4 Millionen wachsen, zugleich werden deutsche Haushalte zu 55 Prozent von internetfähigen TV-Geräten durchdrungen sein. "Die zunehmende Verbreitung smarter Endgeräte mit ihren interaktiven Funktionen und die damit einhergehende Erweiterung des Contentangebots werden das Fernsehverhalten verändern", sagt Marcus Worbs, Partner bei Goetzpartners. Die Daten, die das Unternehmen gesammelt hat, sprächen dafür: Die Marktdurchdringung von Smart-TVs soll im Jahre 2015 in Deutschland 55 Prozent betragen. Bereits jetzt nutzten 66 Prozent der PC- und Laptop-Besitzer sowie 29 bzw. 39 Prozent der Smartphone und Tablet-Eigentümer ihr Device für den Fernsehkonsum. Mit der Folge, dass auch die mobile Videonutzung innerhalb eines Jahres um 211 Prozent gestiegen sei.

Laut Goetzpartners befindet sich der User damit in einer Nutzungssituation, die das Unternehmen als Multiscreen Ecosystem beschreibt - in dieser Umgebung werde der Zuschauer vom passiven zum aktiven Teilnehmer am TV-Geschehen: "Inhaltlich und funktional wird das klassische Fernsehen durch Lean-forward-Angebote erweitert. Diese setzen die Interaktion des Zuschauers mit seinem Endgerät voraus. Das ist die Zukunft des Fernsehkonsums", so Alexander Henschel, Managing Director bei Goetzpartners. Bestes Beispiel hierfür sei der Boom von Social-TV-Programmen, wie etwa "Berlin Tag und Nacht" von RTL 2. Diese Form des TV-Konsums sei insbesondere für junge Menschen attraktiv: 40 Prozent der 18 bis 24 Jährigen fänden diese Möglichkeiten interessant, verglichen zu 24 Prozent aller Befragten.

Im Rahmen der Studie macht Goetzpartners auch eine Trendwende in Sachen Pay-TV aus: Die Branche wachse mittlerweile jährlich um 18 Prozent. Allein auf dem deutschen Markt gebe es heute bereits 6 Millionen Abonnenten, die für einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro sorgten. Grund für diese Entwicklung: Pay-TV-Anbieter böten hochwertige und exklusive Inhalte, während die Produktionen für das Free-TV in der Wahrnehmung der Konsumenten zunehmen unter schlechter Qualität litten.

Für ein erfolgreiches Agieren im Multiscreen Ecosystem rät Goetzpartners zu folgenden Strategien: Inhalteanbieter sollten vor allem auf die Platzierung ihres Contents durch eine starke Markenpositionierung und auf die Präsenz auf möglichst vielen Plattformen achten. Plattformbetreiber müssen den Nutzern relevante Inhalte anbieten und für deren leichte Auffindbarkeit sorgen. Von den Endgerätehersteller sei "die Entwicklung intuitiver sowie benutzerfreundlicher Navigationskonzepte und Eingabemöglichkeiten" voranzutreiben, außerdem sollten sie sich über Ecosysteme, Kooperationen oder exklusive Inhalte als attraktiver Partner für den Endverbraucher positionieren. Infrastrukturanbieter stünden vor der Herausforderung, der Bedienung einer stärker werdenden Nachfrage nach stationärer wie mobiler Bandbreite nachzukommen. ire
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