Müller von Blumencron "Werden uns wehren, solange wir können"

Dienstag, 14. Januar 2014
Mathias Müller von Blumencron (c) Thomas Lohnes / Getty Images
Mathias Müller von Blumencron (c) Thomas Lohnes / Getty Images

Noch gibt es bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) keine Anzeigenformate wie Native Advertising oder Sponsored Comments - Mathias Müller von Blumencron, "FAZ"-Chefredakteur Digitale Medien, befürchtet aber, sich in Zukunft mehr mit solchen Modellen beschäftigen zu müssen. "Wir spüren einen unglaublichen Druck und lassen uns heute auf Anzeigenmodelle ein, die wir früher nicht einmal angesehen hätten", so Müller von Blumencron beim Deutschen Medienkongress in Frankfurt am Main. Es müsse aber immer eine ganz klare Grenze zwischen Inhalt und Werbung geben. Der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur zeigte sich allerdings optimistisch, mit einer Qualitätsmarke wie der "FAZ" auch in der Zukunft gut für den Wettbewerb zwischen den Mediengattungen gerüstet zu sein. "Der Leser sucht immer noch gut recherchierte, verlässliche und akkurate Informationen. Es gibt ein riesiges Infobedürfnis und das wird es noch lange geben - die Frage ist, in welcher Form." Das Digitale sei als Medium für den Journalismus ideal. "Doch leider ist es mit dem Geschäftsmodell schwieriger geworden", so Müller von Blumencron.

Im Gespräch mit Peter Figge, Vorstandvorsitzender bei Jung von Matt, ging der Journalist auch auf das Verhältnis zu den Agenturen ein, die mehr und mehr selbst zu Content-Produzenten werden: "Wir sind auf Euch angewiesen, aber Ihr könnt auch ohne uns leben." Allerdings spreche nichts gegen einen Wettbewerb. Ihn berühre "das, was bei meiner Marke, in meinem Territorium geschieht." Der Werbeindustrie könne schließlich auch nicht daran gelegen sein, die Qualitätsmedien zugrunde zu richten. "Wir werden uns wehren, solange wir können und ich bin optimistisch, dass wir unsere Marke erhalten können." fam


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