Mozilla "Tracking Protection ist kein Adblocker!"

Freitag, 20. November 2015
Denelle Dixon-Thayer: "Für uns ist es das Wichtigste, den Nutzern die Kontrolle über die Spuren zu geben, die sie im Internet hinterlassen"
Denelle Dixon-Thayer: "Für uns ist es das Wichtigste, den Nutzern die Kontrolle über die Spuren zu geben, die sie im Internet hinterlassen"
Foto: Mozilla

Alle Macht dem Nutzer: Für Mozilla-Managerin Denelle Dixon-Thayer ist das nicht nur das Credo ihrer Arbeit, sondern auch Hauptzweck der sogenannten "Tracking Protection", die mit der neuen Version des in Deutschland führenden Internetbrowsers Firefox im privaten Surf-Modus greift - und nebenbei auch die meiste Werbung blockiert. "Es ist das Wichtigste, den Nutzern die Kontrolle über die Spuren zu geben, die sie im Internet hinterlassen", sagt Dixon-Thayer.
Das vollständige, schriftlich geführte Interview ist in Englisch auf HORIZONT Online veröffentlicht, die gekürzte deutsche Version lesen Abonnenten in der aktuellen Printausgabe von HORIZONT. Nur die wenigsten Branchenvertreter werden der Mozilla-Managerin, die als Chief Legal and Business Officer weltweit die Geschäftsentwicklung, das Rechtswesen und  den Auftritt des Unternehmens verantwortet, widersprechen, wenn sie sagt: "Wir brauchen eine neue Ausrichtung auf Vertrauen, Transparenz und Nutzerkontrolle im gesamten Internet." Viel zu oft würden User im Unklaren darüber gelassen, welchen Preis sie in Wirklichkeit für den kostenfreien Zugang zu Inhalten im Netz bezahlen.
Denelle Dixon Mozilla
Bild: Mozilla

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Das Problem für die Werbeindustrie: Nach den Adblockern tritt mit dem Browser nun ein weiterer Türwächter an, der die im Internet agierenden Akteure nach seinen eigenen Vorstellungen erziehen möchte. Zumal es kaum bei dem bislang nur auf einstellig geschätzten Prozentanteil der Nutzer bleiben dürfte, die bisher im privaten Modus surfen. "Wir analysieren, ob und wie wir dieses Tool auf einfache Weise auch außerhalb installieren könnten", sagt Dixon-Thayer im Interview. Da Firefox auf dem Open-Source-Prinzip beruht, seien technisch versierte User aber schon jetzt dazu in der Lage, mit der "Tracking Protection" zu experimentieren.

Das ausführliche Interview finden HORIZONT-Abonnenten in der aktuellen Wochenzeitung, die auch auf dem iPad oder - nach einmaliger Registrierung >- als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonennten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.
Eine Whitelist, die die Werbung der Publisher ähnlich wie bei Adblock Plus gegen Bezahlung durchleitet, gibt es bei Firefox nicht. Stattdessen greift der Browser auf die Blockierliste der Datenschutzinitiative Disconnect zurück, die auf bestimmte Tracking-Tools zielt und online einsehbar ist. Entscheidend sei die Einhaltung einheitlicher Richtlinien, so Dixon-Thayer weiter, weshalb die Tracking Protection auch nicht auf Werbung fokussiert sei, sondern inhaltsneutral funktioniere. Das Tool sei kein Adblocker, aber der "einzige Weg, auf dem Blocking Software implementiert werden sollte: Sich auf Dinge zu fokussieren, die der Nutzer entscheidet, anstatt Inhalte als ,gut' oder ,böse' zu deklarieren". Katrin Ansorge & Roland Pimpl
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