Moderatoren schlecht, Fragen falsch, Kandidaten langweilig Wie Twitter das TV-Duell zerreißt

Montag, 04. September 2017
Einige Nutzer können nur noch mit Satire reagieren
Einige Nutzer können nur noch mit Satire reagieren
© Screenshot twitter.com/anredo
Themenseiten zu diesem Artikel:

Twitter Angela Merkel Martin Schulz EU Türkei SPD Deutschland


Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz ist über die Bühne. Prominente Twitter-Nutzer sind sich einig: Das war nix. Jedenfalls muss man bei dem 140-Zeichen-Dienst unter dem Hashtag #tvduell lange suchen, um einen halbwegs positiven Beitrag zu finden. HORIZONT Online zeigt ausgewählte Reaktionen.
Dass die beiden Kandidaten nicht wirklich für große Aufreger sorgen würden, konnte man sich vorher denken. Es gehört bekanntlich zu Angela Merkels Wahlkampftaktik, sich nicht aus der Reserve locken zu lassen. Auch Martin Schulz ist nicht gerade für emotionale Ausbrüche bekannt. Abgesehen von seinem klaren "Nein" zu einem EU-Beitritt der Türkei blieb der SPD-Vorsitzende diesem Image auch am gestrigen Abend treu. Und so arbeitete sich die Twitter-Gemeinde eher an den Moderatoren und den (fehlenden) Inhalten des TV-Duells ab. Ein wesentlicher Kritikpunkt: Die Themenbereiche Flüchtlinge und Migration kamen nur als Problemfelder zur Sprache - was letztendlich der Alternative für Deutschland in die Karten spiele. Besonders Sat 1-Moderator Claus Strunz mache sich zum Sprachrohr der Rechten, so ein Vorwurf. 
Was viele prominente Twitter-Nutzer ebenfalls fassungslos zurückließ: Das Fehlen von Themen wie Bildung und Digitalisierung. Besonders Letzteres treibt die traditonell sehr digitalaffine Twitter-Nutzerschaft schwer um:
Positive oder unterstützende Kommentare zu finden, ist gar nicht so leicht. Eine Ausnahme macht Fußball-Nationalspieler Toni Kroos, der seine Sympathie klar zum Ausdruck bringt:
Ansonsten sind sich viele Twitterer einig, dass das TV-Duell keine Werbung für die Demokratie war und sich der Normalbürger kaum in der Diskussion wiedergefunden haben dürfte.
Manche machen das, was auf Twitter bei jedem großen TV-Format zum guten Ton gehört: Sie begleiten die Sendung mit satirischen oder ironischen Kommentaren. 
Dass es auch anders geht, dafür steht exemplarisch der Tweet von "taz"-Journalist Martin Kaul. Er wies darauf hin, dass die Kandidaten gut daran tun, keine Show abzuziehen.
ire
Meist gelesen
stats