Mit dem Relaunch "Spiegel" plant Satireseite

Dienstag, 29. April 2014
Will mehr Meinung im "Spiegel": Chefredakteur Wolfgang Büchner
Will mehr Meinung im "Spiegel": Chefredakteur Wolfgang Büchner


Am 5. Mai liegt der erste überarbeitete "Spiegel" am Kiosk. Neben den bereits bekannten Neuerungen an Layout und dem inhaltlichen Konzept wird es künftig auch eine Satireseite geben. Für das Konzept zeichnet kein Geringerer als Martin Sonneborn verantwortlich. Der ehemalige "Titanic"-Chefredakteur hat die Seite mit einem Team freier Autoren für den "Spiegel" konzipiert: "Die Seite wird polarisieren, aber ich halte sie für einen Gewinn", sagte Chefredakteur Wolfgang Büchner dem "Medium Magazin". "Diese Form der Auseunandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen passt wunderbar zum 'Spiegel'".

Daneben bekräftige Büchner einmal mehr, dass das Nachrichtenmagazin mit dem Relaunch deutlich meinungsstärker werden wird. Dafür werden mehrere Autoren-Kolumnen eingeführt, durch die das Magazin "persönlicher und radikaler in der Formulierung von Positionen" werden soll. "Wir werden die jeweiligen Autoren noch stärker als Marken präsentieren. Der Name wird die Rubrik sein", so Büchner.

Der neue Leitartikel am Anfang des Heftes wird dagegen keinen Autorennamen tragen: Dort soll der "Spiegel" als Institution politisch Position beziehen. Die Richtung werde jede Woche in einer eigenen Konferenz von Fachautoren und Ressortleitern diskutiert. "Der Autor des Leitartikels schreibt nicht seine eigene, subjektive Sicht der Dinge, sondern stellt sich in den Dienst dieser Diskussion", beschreibt Büchner das Konzept.

Nicht zuletzt soll mit dem Relaunch auch die Sprache und die Themenauswahl optimiert werden. Büchner: "Dazu gehört auch, dass wir digitalen Themen ein größeres Gewicht geben wollen - und sie nicht wie früher eher ethnologisch betrachten." dh
Meist gelesen
stats