"Mission accomplished" Deutschlandchef Jan Honsel verlässt Pinterest

Donnerstag, 13. Oktober 2016
Jan Honsel
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Das Fotonetzwerk Pinterest und Deutschlandchef Jan Honsel gehen getrennte Wege. Dies bestätigt eine Firmensprecherin auf HORIZONT-Anfrage. Honsel, seit Juli 2014 erster Länder-Manager der virtuellen Bilder-Pinnwand für den deutschsprachigen Raum, werde das Unternehmen Ende Oktober verlassen. Über einen Nachfolger sei noch nicht entschieden.

Im Pinterest-Umfeld heißt es, man wolle nach dem von Honsel organisierten Markteintritt hierzulande nun gezielt die Werbevermarktung vorantreiben – offenbar mit einem Sales-Büro weiterhin in Berlin. Auf diese Phase, die für die Länder-Dependancen vieler US-Digitalriesen meist nur Adaption zentraler Vorgaben bedeutet, hatte Honsel wohl keine Lust mehr. Der frühere Verlagsleiter der G+J-Wirtschaftspresse, der als Befürworter eines Deutschlandsitzes in Hamburg galt – wie Google, Facebook und Co –, sieht seine Aufgaben als erfüllt an. "Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für eine Staffelübergabe, man kann sagen: 'Mission accomplished'", lässt Honsel ausrichten.

"Im vergangenen Jahr konnten wir die Anzahl unserer Nutzer in Deutschland verdreifachen", sagt die Pinterest-Sprecherin. Absolute Zahlen für den hiesigen Ländermarkt nennt sie nicht, so dass Honsels Antrittsparole kaum zu verifizieren ist: Bis Ende 2015 wollte er Pinterest "zur Nummer Zwei unter den sozialen Netzwerken in Deutschland aufsteigen" lassen, zwar hinter Facebook, doch vor Twitter, Instagram, Google Plus, Snapchat und anderen.

Anderweitige Erfolgsnachweise sind einfacher zu erbringen: Honsel hat die Mitarbeiterzahl in Deutschland von drei auf sieben mehr als verdoppelt, die Produkte auf den deutschen Markt angepasst und den Anteil der hiesigen Inhalte stark gesteigert. Außerdem sind mittlerweile viele große Marken und E-Commerce-Anbieter sowie fast alle großen deutschen Medien auf Pinterest aktiv – hier hatten sich Honsels gute Kontakte zu den Publishern ausgezahlt.

Honsel, 43, begann seine Karriere 2002 bei G+J. Dort war er zunächst etwa als Projektleiter für Media Solutions tätig. Ab Ende 2008 war er an der Gründung und Umsetzung der G+J Wirtschaftsmedien beteiligt und hat die digitalen Produkte der Gruppe mitentwickelt. Zuletzt war Honsel als Verlagsleiter der damaligen G+J Wirtschaftsmedien für Marketing, Business Cooperations und Herstellung verantwortlich. Im Sommer 2013, nach der Abwicklung der "FTD" und des Verkaufs von "Börse Online" und "Impulse" sowie der Neuaufstellung der verbliebenen Wirtschaftstitel "Capital" und "Business Punk", verließ Honsel den Verlag. rp

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