Mini-Flatrate Abo-Modell "Blendle Premium" startet in den Niederlanden

Donnerstag, 12. Januar 2017
Blendle startet in den Niederlanden bald ein Premium-Angebot
Blendle startet in den Niederlanden bald ein Premium-Angebot
© Blendle

Ein Preis, zwanzig Artikel: Blendle lockt Online-Leser ab sofort auch mit einem Abomodell. Statt wie bisher üblich pro Text einen bestimmten Beitrag zu zahlen, wird monatlich eine Pauschale erhoben. Doch die Mini-Flatrate hat einen Haken: Der niederländische Online-Kiosk wählt die 20 Artikel aus, die der Nutzer lesen darf.
Für einen Obolus von 9,99 Euro im Monat erhalten Kunden des Online-Kiosks täglich eine personalisierte Auswahl von 20 Artikeln aus mehr als 120 Publikationen. Dabei entscheidet ein Algorithmus darüber, welche Geschichte einen Nutzer interessieren könnte - basierend auf dem Leseverhalten und den Interessen des Users. Diese werden direkt bei der Anmeldung abgefragt. Unterstützt wird der Algorithmus bei der Kuratierung der Texte von fünfzehn Redakteuren, die täglich eine Reihe von "Must-Reads" zusammenstellen. "Wir glauben, Blendle Premium ist ein schlaues Modell, da es mehr bietet, als der Durchschnittsnutzer normalerweise lesen würde", kommentiert Blendle-CEO Alexander Klöpping die Einführung des Abomodells. Die Mini-Flatrate schließe eine Lücke für Nutzer, "die mehr guten Journalismus online lesen, aber kein Digitalabo für eine Zeitschrift oder ein Magazin abschließen möchten."

Die Gefahr, dass Nutzer wegen der automatisch ausgewählten Artikel immer nur die gleichen Themen und Meinungen vorgesetzt bekommen, sieht Klöpping nicht: So sollen die "Must-Reads" dafür sorgen, dass Nutzer mit anderen Meinungen konfrontiert werden. Sollten einem User die 20 Texte doch nicht zusagen, können pro Tag bis zu fünf Artikel ausgetauscht werden.

Das Pauschalangebot soll laut Klöpping zunächst in den Niederlanden ausgiebig getestet werden. Sollte das Produkt erfolgreich sein, denke man über eine Einführung des Abomodells in Deutschland und den USA nach. Blendle hat laut eigenen Angaben mehr als eine Million registrierte Nutzer, gut 150.000 davon seien zahlende Kunden. Die Verlage erhalten 70 Prozent der Einnahmen. kn
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