"Mimoserln" "Österreich" reagiert auf Kritik von Nationalkickern

Montag, 18. November 2013
"Österreich" antwortet den ÖFB-Kickern (Bild: Screenshot oesterreich.at)
"Österreich" antwortet den ÖFB-Kickern (Bild: Screenshot oesterreich.at)


Das hat nicht lange gedauert: Nachdem Österreichs Fußball-Nationalmannschaft in einem offenen Brief harsche Kritik an der Wiener Boulevardzeitung "Österreich" geäußert hatte, melden sich die Journalisten zu Wort - und weisen den Vorwurf der verzerrten und unfairen Berichterstattung zurück. "Die Fülle an schlecht bis gar nicht recherchierten Artikeln in der Tageszeitung 'Österreich', die häufig als 'Exklusiv-Interviews' bezeichneten Berichte, für die niemand von uns jemals interviewt worden ist, die reißerischen Texte, die nicht selten in Beleidigungen gipfeln, wollen wir nicht mehr unkommentiert hinnehmen." Harte Worte, die Österreichs Nationalkicker in einem offenen Brief an "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner formulierten. Die Angesprochenen nehmen das ersteinmal zum Anlass, um sich geschmeichelt zu fühlen: "Wir nehmen diesen Brief somit auch indirekt als Zeichen der Wertschätzung unserem Stellenwert in der Medienwelt gegenüber", heißt es in der online veröffentlichten Stellungnahme der Redaktion.

Alsdann weisen die Journalisten den Vorwurf zurück, Interviews abgedruckt zu haben, die nicht stattgefunden hätten: "Wir können belegen, dass jedes Österreich-Interview auch geführt wurde, und meinen: Wenn man etwas behauptet, sollte man es auch konkret belegen können." Lediglich ein einem Falle - einem Interview von Bayern-Spieler David Alaba zu seiner neuen Freundin - habe man aus dem tatsächlich geäußerten "Dazu gebe ich keinen Kommentar" ein "Ich bin glücklich - gebe aber dazu keinen Kommentar" gemacht.

Zum Schluß gibt die Redaktion zu bedenken, dass in Deutschland, England oder Spaniendie die Presse wesentlich kritischer berichten würde. Die Kicker der Alpenrepublik seien dies nicht gewohnt, und reagierten "deshalb oft wie Mimoserln." In Zukunft wolle man sich aber um beides bemühen: Kritische Kommentare, "aber sicher verstärkt auch um fairen Journalismus." ire
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