Mehreinnahmen durch Rundfunkbeitrag VPRT fordert Werbereduzierung, DJV mehr Geld für ARD und ZDF

Dienstag, 03. Februar 2015
VPRT-Manager Tobias Schmid
VPRT-Manager Tobias Schmid
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Dem Rundfunkbeitrag sei Dank: Auf deutlich mehr als die Ende 2013 prognostizierten 1,146 Milliarden Euro werden sich die Mehreinnahmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bis 2016 belaufen. Dies bestätigte Horst Wegner, Geschäftsführer der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF), am Dienstag mehreren Medien.
Die "Bild" hatte unter Berufung auf eigene Informationen Mehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro vermeldet - ein Betrag, den der private Rundfunkverband VPRT bereits vor einem Jahr prognostiziert hatte. Die horrenden Summen haben direkt eine Diskussion über die Verwendung des Geldes ausgelöst. Der Deutsche Journalisten-Verband DJV fordert, die Einnahmen ARD, ZDF und Deutschlandradio zu geben. Für  den DJV-Bundesvorsitzenden Michael Konken ist es "absurd", dass einerseits mehr Geld zusammen komme, als ausgegeben werden dürfe, andererseits mehrere öffentlich-rechtliche Sender sparen würden.
„Auch im TV besteht spätestens jetzt genug wirtschaftlicher Spielraum für einen Ausstieg aus der Werbung.“
Tobias Schmid
Der VPRT dagegen spricht sich für weniger Werbung auf den ARD-Hörfunkwellen aus, eine Forderung, die seit Jahren im Raum steht. Auch im TV bestünde "spätestens jetzt genug wirtschaftlicher Spielraum für einen Ausstieg aus der Werbung", so Tobias Schmid, der Vorstandsvorsitzende des VPRT. Mit dem Mehreinnnahmen verfügten ARD und ZDF nun über jährliche Einnahmen von rund 8 Milliarden Euro. "Das entspricht insgesamt etwa dem Staatshaushalt eines europäischen Kleinstaats", rechnet Schmid vor.
Bundesfinanzministerium
Bild: BMF/Hendel

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Den Rundfunkbeitrag zugunsten der Beitragszahler weiter zu senken, schlägt keine der Parteien vor. Die KEF hatte beim ersten Bekanntwerden von zusätzlichen Einnahmen vorgeschlagen, den Rundfunkbeitrag ab April 2015 um 73 Cent zu senken. Die Ministerpäsidenten der Bundesländer wollen jedoch nur eine Absenkung von 17,98 Euro auf 17,50 Euro beschließen. Ursprünglich war geplant, den Rundfunkbeitrag "aufkommensneutral" zu gestalten. Er soll also nur den Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sender decken, den diese regelmäßig der KEF melden. Die KEF muss dann über den tatsächlichen Finanzbedarf entscheiden. pap
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