Meetrics Benchmarks Onlinewerbung ist immer schlechter sichtbar

Freitag, 10. Juli 2015
Meetrics-Chef Max von Hilgers glaubt, dass die Werbebudgets in Deutschland in Richtung Programmatic umverteilt werden. Doch damit steigt auch die Intransparenz.
Meetrics-Chef Max von Hilgers glaubt, dass die Werbebudgets in Deutschland in Richtung Programmatic umverteilt werden. Doch damit steigt auch die Intransparenz.
Foto: Meetrics

Sehen oder nicht sehen – in der Onlinevermarktung ist genau das die Frage. Und auch auf dem deutschen Markt stellt sie sich immer dringlicher: Laut einer Untersuchung des Ad-Verification-Anbieters Meetrics gingen die Sichtbarkeitswerte für Online-Werbemittel vom 1. bis zum 2. Quartal 2015 von 75 auf 64 Prozent zurück.

Sichtbarkeit von Onlinewerbung in Deutschland (in Prozent)

Quelle: Metrics
Bisher führte Deutschland die Benchmarks, die seit September 2014 vierteljährlich von Meetrics zur Verfügung gestellt werden, im internationalen Vergleich mit Werten um die 70 Prozent an. Die nun vorgelegten Ad-Viewability-Zahlen verweisen nun allerdings auf ein Minus von 11 Prozentpunkten. Im europäischen Vergleich hat Deutschland damit zwar noch die Nase vorn, die Positionen haben sich aber stark angeglichen. So verzeichnet Meetrics für Frankreich Sichtbarkeitswerte von 62 Prozent, für UK 49 Prozent. Je nach Anteil der programmatisch verhandelten Werbeplätze liegen die Sichtbarkeitsraten für Display Ads zwischen 50 und 70 Prozent. Max von Hilgers, Managing Director und Co-Founder Meetrics, erklärt die Zahlen folgendermaßen: "In Deutschland ist der Anteil an Programmatic Ads zwar noch deutlich geringer als beispielsweise in Ländern wie Frankreich und Großbritannien, trotzdem kann auch bei uns der Trend beobachtet werden, dass die Werbebudgets umverteilt werden." Nur: Im Gegensatz zum Direkteinkauf hat man bei programmatisch gehandelten Werbeflächen weniger Transparenz über die Inventarqualität. Das erklärt die zum Teil enormen Sichtbarkeitseinbußen von bis zu 30 Prozent.

Beim strategischen Umgang mit den verschiedenen Einkaufskanälen sollten Werbetreibende und Agenturen das angebotene Inventar deshalb stets hinterfragen, rät Meetrics. In Deutschland seien die Voraussetzungen momentan noch recht gut, "da der Anteil an Direct Buy relativ hoch ist und die Werbeflächen in diesen Fällen besser beleuchtet und kontrolliert werden können". kl

Meist gelesen
stats