Medientage München Wieso Martin Krapf von Mediaagenturen Schadensersatz fordert

Freitag, 24. Oktober 2014
Martin Krapf auf den Münchner Medientagen 2014
Martin Krapf auf den Münchner Medientagen 2014
Foto: Foto: Medientage München

Dass der Markt eine harte (Bewegtbild-)Währung braucht, darüber waren sich am Donnerstagnachmittag alle einig. Nicht nur, weil das der Titel der Gesprächsrunde war, zu der die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) im Rahmen der Medientage München eingeladen hatte. Sondern auch, weil Kunden, Agenturen und Vermarkter seit Jahren gemeinsam an einer solchen Währung arbeiten. Zu Schadensersatzforderungen kam es dennoch im Verlauf der Diskussion.

Auslöser dafür waren die Äußerungen von Christof Baron, Co-Europachef der Mediaagentur Mindshare, für den die einheitliche Währung für Bewegtbild, an der die AGF noch immer arbeitet, schlicht zu spät kommt. Und selbst wenn Anfang 2015 die ersten Ergebnisse bereitstehen sollen, werde durch die Fokussierung auf In-Stream auch wieder nur ein Teilmarkt abgebildet, die Erfassung von Mobile ist sowieso erst für 2016 angekündigt.

Medientage München 2014
Bild: Foto: Medientage München

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"2016? Mit Verlaub, solange wartet kein Kunde", wetterte Baron. Man werde wohl damit leben müssen, dass es mehrere verschiedene Ansätze im Markt gibt, schon allein deshalb, weil immer neue KPIs entstünden. "In der Onlinewelt zählen plötzlich Werte wie Engagement und Trust, das müssen wir doch irgendwie abbilden", so der Agenturchef weiter, der auch weiterhin auf eigene Systematiken setzen will.

„2016? Mit Verlaub, solange wartet kein Kunde.“
Christoph Baron
Für Martin Krapf, Geschäftsführer Wirkstoff TV und ehemaliger AGF-Vorstand, eindeutig Schritt in die falsche Richtung und Provokation zugleich. "Ich überlege mir ernsthaft, ob ich nicht Schadensersatz von den Agenturen fordere", sagte er an Baron gerichtet. Als Mitglieder der AGF hätten die großen Netzwerke schließlich ausreichend Gelegenheit dazu gehabt, ihr Know-how einzubringen. "Eigene Modelle sind mit Sicherheit nicht zielführend."

Relativ unbeeindruckt von diesem Wortgefecht zeigte sich OWM-Vorstand Uwe Storch, der die Notwendigkeit einer einheitlichen Währung für Bewegtbild in der vergangenen Zeit gebetsmühlenartig betont hat. "Wir brauchen diese Währung. Und wir brauchen die Agenturen genauso wie die internationalen Player. Jeder Blick zurück ist jetzt schon verlorene Zeit." kl

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