Medientage München Ferrero-Mediachef Uwe Storch: "Wir müssen den Konsumenten folgen"

Mittwoch, 22. Oktober 2014
Ferreo-Mediachef Uwe Storch bei der Diskussion "Kampf um den Bildschirm"
Ferreo-Mediachef Uwe Storch bei der Diskussion "Kampf um den Bildschirm"
Foto: Foto; Medientage München

Bei der Frage, wie die Budgets zwischen klassischem Fernsehen und Online-Bewegtbild künftig aufgeteilt werden, hat Ferrero-Mediachef Uwe Storch eine klare Haltung: "Wir müssen den Konsumenten folgen. Wenn der Konsument morgen Print liest, ist mein ganzes Geld bei Print", sagte Storch, der einen der größten Spender in TV repräsentiert, plakativ bei den Medientagen München.
Im Kern komme es auf die Umfelder an – das gelte in der linearen Fernsehwelt und unverändert auch in der Onlinewelt. So wie bestimmte Kunden Umfelder wie das Dschungelcamp meiden, seien auch Katzenvideos auf Youtube nicht jedermanns Sache – trotz der mitunter hohen Reichweite. Lucas Brinkmann, Agency Business Leader bei Google, verweist jedoch darauf, dass die Kunden mittlerweile sehr genau die Umfelder auf Youtube auswählen können, in denen sie erscheinen wollen. "Außerdem entscheidet am Ende der Konsument, was Premiumcontent und Qualität ist und was nicht." Die Frage nach den richtigen Umfeldern ist eng verbunden mit der nach der Wirkung der Werbung. "Die hohe Reichweite allein ist kein Garant dafür, dass etwas funktioniert", sagte Christian Scholz, CEO von Mindshare. Doch in Sachen Wirkung gibt es noch reichlich Nachholbedarf für Online, sowohl bei Display als auch bei Bewegtbild. "Die Herausforderung ist, die Glaubensbekenntnisse aus den Marketingkonferenzräumen wieder heraus zu bekommen", sagt Oliver Roth, Geschäftsführender Gesellschafter von Pilot. Häufig werde Onlinebewegtbild geplant, weil die Entscheider glauben, dass es wirkt. "Wir müssen eine zuverlässige Planungsgröße geben", sagt er.

Der Rundfunkverband VPRT schätzt, dass in diesem Jahr rund 250 Millionen Euro in Bewegtbildwerbung Online und Mobile investiert werden, Tendenz weiter steigend. Um Onlinebewegtbild einen echten Schub zu verschaffen, braucht es jedoch eine einheitliche Währung. Storch, der auch im OWM-Vorstand sitzt, spricht sich klar für eine Konvergenzwährung unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) aus – mit Beteiligung von Google. pap
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