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Donnerstag, 09. Juli 2015
Doch noch nicht ganz out: Die gedruckte Zeitung bei Studierenden
Doch noch nicht ganz out: Die gedruckte Zeitung bei Studierenden
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Mediennutzung Manfred Niesel IP Deutschland


Sie liest nicht. Sie schaut kein TV. Sie ist always on. So lautet das gängige Bild der Generation Y. Stimmt nur nicht ganz, jedenfalls bei den Studenten an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg. Eine gemeinsame Studie von Campus Media, DHBW und IP Deutschland zeigt das aktuell recht deutlich.

"Noch überwiegt bei Studierenden deutlich die Nutzung der klassischen Medien", sagt Studienleiter Manfred Niesel. Der Markforscher gehört zur Geschäftsführung der Mediaagentur und hat die Untersuchung entwickelt, an der sich die DHBW und die IP als Partner beteiligt sind. Laut der Studie schauen 87,2 Prozent in einer Woche TV, 86 Prozent nutzen Videoclips, 84,7 Prozent hören Radio und 66,5 Prozent lesen Bücher. Auch die Tageszeitung ist nicht out. Diese nehmen die Studenten allerdings vor allem digital (61,7 Prozent versus 51 Prozent gedruckt) in die Hand. "Wir haben hier einen Turning Point erreicht", sagt Niesel.

Dagegen verlieren Magazine in der Gruppe an Bedeutung. Fast 30 Prozent der Befragten lesen keine. 73 Prozent kaufen keine Publikumstitel. Über 60 Prozent sagen, sie haben keine Lieblingszeitschrift. Und wenn, dann sind das "Neon" (6,7 Prozent), "Spiegel" und "Intouch" (jeweils 2,7 Prozent). Damit nicht genug. "Publikumstitel laufen Gefahr, zu teuer zu werden", sagt Niesel. Für die Studierenden liegt ein akzeptabler Preis im Schnitt bei etwa 4 Euro.

Mediennutzung von Studierenden (mindestens einmal die Woche)

Quelle: Campus Media
Bei der TV-Nutzung fällt auf, dass sich die Befragten aus einem Angebot von durchschnittlich 172 Sendern auf 11 konzentrieren. Geschaut wird nach wie vor auf dem klassischen TV-Gerät (86 Prozent), gefolgt von Laptop (60,8 Prozent) und Smartphone (26,6 Prozent). Geliebt wird mit fast 38 Prozent Pro Sieben. Der Wegbegleiter durch den Alltag ist allerdings das Smartphone. Knapp 140 Mal greifen die Studenten zu ihrem mobilen Helfer, vor allem um via Whatsapp und SMS (51 Prozent) zu kommunizieren, in den sozialen Netzwerken zu agieren (18 Prozent) und zu telefonieren (10 Prozent). "Die redaktionellen Angebote der Medienhäuser mit 4 Prozent verschwinden da fast", sagt Niesel. Bedenklicher findet er aber, dass bei den Netzwerken Whatsapp und Facebook dominieren. "Die gesamte interpersonelle Kommunikation über Smartphones wird von einem Konzern kontrolliert." Die Studienreihe "In Transition" wird sich künftig mehrmals im Jahr mit weiteren Medienwelten beschäftigen. Es folgen im Herbst Mütter mit Kindern zwischen 3 und 9 Jahren. mir/fam

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