Mediennutzung der Generation Z An Whatsapp führt kaum ein Weg vorbei

Dienstag, 06. März 2018
Bei der Generation Z geht ohne Smartphone gar nichts
Bei der Generation Z geht ohne Smartphone gar nichts
© rawpixel.com / Fotolia

Wer Jugendliche erreichen will, hat es nicht gerade einfach: Die 14- bis 18-Jährigen nutzen heute eine Vielzahl von Apps. Doch Messenger-Dienste - insbesondere Whatsapp - haben für die Generation Z eine besonders hohe Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Elbdudler in Kooperation mit Yougov.
Die Frage "Online oder nicht" stellt sich für die Altersgruppe der zwischen 2000 und 2004 Geborenen überhaupt nicht mehr, denn: 98 Prozent der 14- bis 18-Jährigen haben ein Smartphone. 42 Prozent der für die Studie Befragten geben an, "ständig aktiv" zu sein, 51 Prozent sind "häufig aktiv".  Der Austausch mit Freunden steht für die meisten dabei offensichtlich im Vordergrund: 88 Prozent der Befragten geben an, das Smartphone für Messenger-Dienste zu nutzen. Es folgen Telefonieren und soziale Netzwerke (jeweils 84 Prozent) sowie allgemeines Surfen (79 Prozent) und E-Mail (77 Prozent). Doch ohne Whatsapp geht offenbar gar nichts: Ganze 84 Prozent der Generation Z können sich einen Alltag ohne Whatsapp nicht vorstellen. Bei 51 Prozent ist Whatsapp  sogar die erste App, die morgens nach dem Aufstehen geöffnet wird.

Zur Studie:

Basis der Studie ist eine Online-Befragung, an der Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren teilnahmen (n=513). Die Umfrage ist repräsentativ für diese Zielgruppe und wurde von Yougov mittels eines Online- Panels durchgeführt. Befragungszeitraum war vom 24.11. bis zum 1.12.2017
Soziale Netzwerke haben ebenfalls eine große Bedeutung für Jugendliche. 22 Prozent der Befragten schauen morgens als erstes bei Snapchat vorbei, 10 Prozent bei Instagram. Nach Whatsapp werden Youtube und Instagram am häufigsten genutzt: 69 Prozent bzw. 65 Prozent verwenden diese Plattformen "mehrfach täglich". Facebook hingegen hat für die 14- bis 18-Jährigen allenfalls untergeordnete Bedeutung: 68 Prozent sagen, dass sie die App als weniger wichtig erachten. Auch Twitter (60 Prozent) und Musical.ly (80 Prozent) stehen nicht gerade hoch im Kurs.

Indem Bewegtbildnutzung nicht nur über Youtube, sondern immer häufiger auch über soziale Netzwerke stattfindet, konkurriert das klassische TV mit diesen Kanälen. Und der Kampf scheint für das klassische Medium nahezu aussichtslos: 34 Prozent der Befragten schauen kein TV, während lediglich 3 Prozent angeben, keine Online-Videos zu konsumieren. Die meisten (45 Prozent) schauen zwischen einer und drei Stunden Online-Video am Tag, 21 Prozent sogar mehr als vier Stunden. TV hingegen wird von den meisten (36 Prozent) nur bis zu eine Stunde am Tag geschaut - lediglich sechs Prozent gehören zur Gruppe der "Heavy User" mit einer Nutzungsdauer von drei bis sieben Stunden.

Was bedeutet das Ganze nun für Werbungtreibende? Zunächst einmal, dass die Aufmerksamkeit der Betrachter in sozialen Netzwerken offenbar höher ist als im traditionellen TV. 74 Prozent der Befragten schalten um oder schauen auf den Smartphone-Screen, wenn im TV Werbung läuft. Aber nur fünf Prozent sehen bewusst hin. Im Social-Media-Bereich geben immerhin 23 Prozent an, sich die Werbung anzuschauen, wenn sie interessant ist. Dennoch sagen insgesamt 62 Prozent, dass Werbung sie meistens stört oder dass sie sie wegklicken. Als nützlich bezeichnen nur 2 Prozent Social-Media-Werbung.
Initiative Generation Z
© Initiative Media/Shutterstock

Mehr zum Thema

Appinio-Studie Zwei Drittel der Generation Z wollen nicht mehr ohne Youtube sein

Um Jugendliche mit Werbung zu erreichen, muss diese humorvoll (50 Prozent wollen das), thematisch relevant (37 Prozent) oder mit einem Angebot für ein Produkt verbunden sein, das der Betrachter sich sowieso kaufen wollte (31 Prozent). Die Studie legt auch nahe, dass zwischen Social-Media-Werbung und Abverkauf ein Zusammenhang besteht. So sagen 44 Prozent, dass sie sich schon einmal ein Produkt gekauft haben, weil ihnen ein Beitrag einer Marke in einem sozialen Netzwerk gefallen hat. Nicht klar wird dabei freilich, welche Kanäle bei dieser Entscheidung noch eine Rolle gespielt haben.

Zudem rät Elbdudler Werbungtreibenden, künftig nicht nur auf öffentlichen Plattformen zu kommunizieren. "Wer als Marke das Kontaktpotential von Smartphones voll ausschöpfen möchte, muss sinnvolle Wege finden, auch in 'privaten' Kanälen wie Whatsapp eine relevante Rolle für Jugendliche zu spielen", so die Empfehlung der Agentur. ire
HORIZONT Newsletter Vor 9 Newsletter

Als Erster informiert sein? Ja, klar!

 


Meist gelesen
stats