Medienkongress Vermarkter stellen Rolle der Auditoren in Frage

Mittwoch, 15. Januar 2014
Seven-One-Media-Geschäftsführer Thomas Wagner
Seven-One-Media-Geschäftsführer Thomas Wagner

Beim 6. Deutschen Medienkongress von HORIZONT und The Conference Group haben mehrere Vermarkter die Rolle der Auditoren kritisiert. "Die Auditoren haben nicht das Urheberrecht an den Nettokonditionen", so Seven-One-Media-Geschäftsführer Thomas Wagner. Wie auch der Hauptkonkurrent IP Deutschland will der Vermarkter von Pro Sieben Sat 1 künftig die Datenweitergabe beschränken. Zwar dürfen die Daten auch in Zukunft an Dritte - dazu zählen die Kunden, aber auch Auditoren - kommuniziert werden, aber nur wenn sich diese zur Verschwiegenheit verpflichten. Explizit untersagen Seven-One Media und IP dagegen die Nutzung der Vertragsdetails für Datenbank-Benchmarking-Systeme, die sich die Auditoren mit den sensiblen Kundendaten aufbauen.

Ähnliche Pläne haben nach eigenen Aussagen auch der Bauer-Verlag sowie die ARD-Werbung Sales & Services. "Wir prüfen das ebenfalls", sagt AS&S-Geschäftsführerin Elke Schneiderbanger. "Das Thema hat in den vergangenen Jahren beachtliche Auswüchse angenommen", ergänzt Andreas Fuhlisch, Geschäftsleiter Bauer Adverstising. "Wir denken auch darüber nach, die Datenweitergabe in Zukunft zu beschränken."

Wiebke Kahle, Leiterin des Media Management beim Auditor Accenture Interactive, wollte sich bei der Podiumsdiskussion auf dem Deutschen Medienkongress zu Wagners Vorwürfen nicht äußern. Accenture überprüfe die Situation, solange dies aber noch nicht abgeschlossen sei, könne sie dazu nichts sagen.

Auditoren überprüfen die Arbeit der Agenturen, weshalb sie bei Letzteren nicht unbedingt beliebt sind. Meist geht es um die Überprüfung der Konditionen und die Frage, wie viel der Kunde im Verhältnis zum Wettbewerber für Media bezahlt und welchen Rabatt er erhält. Was "marktgerecht" ist, definieren Auditoren auch über Datenpools, in den sie alle Konditionen von bislang betreuten Kunden einpflegen. Aus diesen, eigentlich der Schweigepflicht unterliegenden Daten wird dann - anonymisiert - ein Vergleichsmaßstab für den Mediaeinkauf ermittelt. Mit etwas Glück kann der aktuelle Kunde aber aus den Benchmarking-Systemen auch die Konditionen seines direkten Wettbewerbers ablesen. fam
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