Medienbericht Facebook bietet künftig angeblich auch Pre-Rolls an

Montag, 04. Dezember 2017
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
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Bei Facebook kündigt sich ein Paradigmenwechsel an: Einem Bericht von Adage zufolge will das soziale Network künftig auch Pre-Roll-Spots schalten - allerdings wohl nur vor den Videos auf der neuen Bewegtbild-Plattform Watch. Bislang hatte sich CEO Mark Zuckerberg gegen dieses Werbeformat stets gesperrt. Die Einführung von Watch hat den Facebook-Chef aber offenbar umdenken lassen.
"Wir brauchen keine Pre-Rolls, denn bei unserem Modell kommt man nicht auf Facebook, um einen ganz bestimmten Inhalt zu sehen, man kommt, um einem Feed zu folgen", hatte Zuckerberg noch im Januar bei einer Telefonkonferenz mit Investoren gesagt. Damals hatte Facebook einen Test mit Werbespots gestartet, die in der Mitte von Videos im Newsfeed gezeigt werden. Wenige Wochen später wurde aus dem Test ein fest buchbares Format, das weltweit verfügbar ist - auf Wunsch als singuläres Produkt. Mid-Rolls sind bei Facebook inzwischen also Standard, auch wenn sicher nicht jeder Nutzer das für eine gute Sache hält. Noch sensibler verhält es sich mit Pre-Rolls. Durch diese Spots kommt der Nutzer erst einige Sekunden später an einen von ihm nachgefragten Inhalt - deswegen wird diese Werbeform auch von vielen Nutzern als besonders nervig empfunden. Auch deswegen war Zuckerberg wohl zögerlich, was die Einführung von Pre-Rolls angeht.

Was den Facebook-Gründer offenbar hat umdenken lassen, ist der Start der neuen Video-Plattform Watch. Damit will Facebook weg von der schnellen, spontanen Video-Nutzung im Newsfeed. Bei Watch sind längere Videos zu sehen, die den Nutzer immer wieder auf die Plattform holen - das können Serien sein, aber auch Sportevents. Die Plattform ist bislang nur in den USA verfügbar - weitere Märkte dürften aber folgen.
Facebook Watch
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In einer solchen, TV-artigen Umgebung sind die Nutzer eher bereit, Pre-Roll-Spots hinzunehmen. Außerdem wollen Werbekunden dort mehr Möglichkeiten zur Anzeigenbuchung haben - und vor allem sind sie wahrscheinlich bereit, mehr zu bezahlen als für eine Platzierung im regulären Newsfeed.

Laut Adage wollte Facebook sich nicht zu dem Thema äußern. Und so bleibt noch im Unklaren, ob das Unternehmen bei seinem Test auf reguläre Mehr-Sekunden-Spots setzt oder den Weg von Konkurrent Youtube geht, der seit dem vergangenen Jahr verstärkt so genannte Bumper Ads einsetzt, also nicht überspringbare 6-Sekunden-Spots. In diesem Jahr hat Youtube außerdem nicht überspringbare Pre-Rolls aus dem Programm genommen. ire
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