Medien-Startups "Nicht jedes Unternehmen muss ein neues Google werden"

Sonntag, 15. November 2015
Masoud Kamali, Gründer und CEO von WestTech Ventures
Masoud Kamali, Gründer und CEO von WestTech Ventures
Foto: WestTech Ventures

Der Frühphasen-Investor WestTech Ventures hat sich darauf spezialisiert, Technologie-Startups zu fördern. Mit dem Inkubator-Projekt "Project Flying Elephant" konzentriert sich das Unternehmen dabei nun speziell auf den Medienbereich. HORIZONT Online hat mit WestTech-Ventures-Chef Masoud Kamali über Absicht und Ziele des Programms gesprochen.
Im Rahmen von "Project Flying Elephant" werden acht Startups gefördert. Darunter sind mit Deine Korrespondentin, Rosegarden und Veggie Love Unternehmen, die ihren Fokus auf Content haben. Doch auch die Technologieseite kommt nicht zu kurz: 12k etwa filtert durch Data Mining Trends aus Experten-Medien heraus. Shnups wiederum sammelt und bündelt Hashtag aus Inhalten wie wie Tweets, Instagram-Bildern, Videos oder News-Artikeln. Auf diese Weise will das Startup zur ersten Anlaufstelle für Hashtags werden. Zur Förderung durch "Project Flying Elephant" gehört eine Finanzspritze von je 50.000 Euro, die WestTech Ventures pro Teilnehmer investiert. Darüber hinaus werden die Startups mit Büroräumen, Mentoring und Workshops in Marketing, Personal, Strategie und Technologiefragen unterstützt.

Für Masoud Kamali ist es nicht nur wichtig, relevante Themen und neue technologische Konzepte im Medienbereich zu unterstützen. Der Gründer und CEO von WestTech Ventures will mit dem Inkubator-Projekt dazu beitragen, die deutsche Medienlandschaft insgesamt um neue Aspekte zu erweitern.
Das sind die Teilnehmer des "Flying Elephant"-Programms
Das sind die Teilnehmer des "Flying Elephant"-Programms (Bild: WestTech Ventures)
Denn gerade was die Digitalisierung angeht, sieht Kamali Nachholbedarf bei Medienhäusern. "Viele Verlage, die eigentlich viel stärker in Digital investieren müssen, trauen sich das nicht, weil bei ihnen noch zu viel am Printgeschäft hängt. Aber Digitalisierung ist wichtig und sollte nicht vergessen werden – auch nicht von Verlagen", so Kamali im Gespräch mit HORIZONT Online.

"Project Flying Elephant" soll daher Unternehmen hervorbringen, die auch für etablierte Verlagshäuser interessant sein könnten. "Wir wollen nicht nur Einhörner kreieren", erklärt Kamali. "Die von uns geförderten Unternehmen dürfen einen speziellen Fokus haben, sollten aber auch als Übernahmeobjekte für große Verlage und Medienunternehmen geeignet sein."

Kamali betont jedoch, dass der Erfolg für die Teilnehmer des Inkubators nicht vorprogrammiert sei. "Nicht jedes Unternehmen muss ein neues Google werden. Der Unternehmenserfolg ist von vielen Faktoren abhängig." Nichtsdestotrotz gebe es aussichtsreiche Kandidaten im Programm, die zu mehr imstande seien. Labiotech etwa, ein digitales Magazin über die Europäische Biotech-Industrie, habe "durchaus das Zeug zum Weltmarktführer", so Kamali.
Die Gründer von Freeletics
Bild: Unternehmen

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Das Wichtigste sei, dass die Unternehmen während der Wachstumsphase die richtige Begleitung bekämen, erklärt Kamali: "Wenn die Startups professionell vorgehen und fachmännisch betreut werden, können sie erfolgreich werden. Dabei wollen wir ihnen helfen." ire
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