Mediaplus-Studie FDP-Wähler sehen gern Zeichentrickserien, CDU- und SPD-Anhänger ARD und ZDF

Dienstag, 17. September 2013
Mediaplus untersucht das Fernsehprogramm der Wähler (Bild: Mediaplus)
Mediaplus untersucht das Fernsehprogramm der Wähler (Bild: Mediaplus)

Bürger aus verschiedenen politischen Lagern treffen nicht nur auf dem Stimmzettel eine andere Wahl, sondern auch auf der Fernbedienung. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Mediaagentur Mediaplus erschienene Studie, welche die Fernsehgewohnheiten der Bürger in Bezug zu ihrer politischen Vorliebe untersucht. In politischen Fragen sehen sich die Anhänger von CDU/CSU und SPD oft weit voneinander entfernt; bei der Wahl der bevorzugten Fernsehsender herrscht laut Studie jedoch Konsens: So weisen die Wähler der beiden großen Parteien eine gemeinsame Vorliebe für die Öffentlichen-Rechtlichen auf. Unterschiede gibt es allerdings bei den bevorzugten Sendungen: Während die Christdemokraten ein Faible für Religions- und Musiksendungen haben, zeigen sich die Sozialdemokraten - anders als ihr Kanzlerkandidat - weit weniger profiliert und schauen die gesamte Bandbreite: Von deutschen Familienserien, über Krimis bis hin zu den großen TV-Shows.

Je nach politischem Lager favorisieren die Bürger unterschiedliche Sender (Bild: Mediaplus)
Je nach politischem Lager favorisieren die Bürger unterschiedliche Sender (Bild: Mediaplus)
Bei den Wählern von FDP, den Grünen und den Linken dominieren hingegen parteiübergreifend die Privatsender, wie Pro Sieben und Kabel Eins, das TV-Programm. Bei den bevorzugten Inhalten sticht vor allem die FDP heraus. Ihre Wähler zeigen ein ausgeprägtes Interesse für Zeichentrickserien, gefolgt von Sportsendungen. Bei den anderen beiden Parteien beherrschen vor allem kulturelle Sendeformate die TV-Agenda.

Neben den parteinahen Bürgern hat die Mediaplus-Studie auch die Unentschlossenen untersucht, die in wesentlichem Maß die Wahlen entscheiden, wie Wahlforscher herausgefunden haben. Um sie für den Wahlkampf über TV zu erreichen, kommen laut Studie vor allem Sender in Frage, die zunächst nicht für Politik stehen also private Sender. In der Untersuchung haben sich hier vor allem Pro Sieben und RTL II herauskristallisiert. Vor diesem Hintergrund bewerten die Studienherausgeber auch die Beteiligung von Stefan Raab am TV-Duell als gelungen. Sie schreiben dem Pro-Sieben-Entertainer zu, relativ gesehen den größten Effekt auf die Gruppe der Unentschlossenen hinterlassen zu haben.

Bei den Ergebnissen der Mediaplus-Studie ist zu beachten, dass bei der Untersuchung längerfristige Parteieinstellungen, dargestellt über die Sympathie, mit den über die Typologie der Wünsche erfassten Einstellungen, Partei-, Sender- und Genrepräferenzen gegenübergestellt werden. hor

Meist gelesen
stats