MediaAnalyzer-Studie Paid Content wird in Deutschland selten genutzt

Dienstag, 22. Juli 2014
Etwa das "Hamburger Abendblatt" hat ein Bezahlmodell (Bild: Screenshot abendblatt.de)
Etwa das "Hamburger Abendblatt" hat ein Bezahlmodell (Bild: Screenshot abendblatt.de)


Insgesamt listet der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) derzeit 79 Zeitungen, die Bezahlmodelle auf ihren Websites anbieten. Dass Paywalls für eine zukunftsfähige Online-Strategie mitentscheidend sein wird, gilt in vielen Medienhäusern als ausgemacht. Aber wie sieht es auf Nutzerseite aus? Einer Untersuchung des Online-Marktforschungsunternehmens MediaAnalyzer zufolge wird Paid Content von vielen Nutzern noch nicht akzeptiert und nur selten genutzt.
56 Prozent der Befragten (1.004 Frauen und Männer zwischen 30 und 59 Jahren) finden es nicht gut, dass manche digitale Presseerzeugnisse nur gegen Bezahlung nutzbar sind. 27 Prozent hingegen befürworten die Bezahlmodelle, wobei allerdings nur 8 Prozent angeben, selbst Paid Content zu nutzen. Werden Bezahlinhalte genutzt, dann in der Regel die von überregionalen (49 Prozent) und regionalen Tageszeitungen (33 Prozent). 38 Prozent der befragten Nutzer haben ein Online-Abonnement ihrer Zeitung abgeschlossen, 24 Prozent bekommen es gratis zu ihrem Print-Abo dazu.

17 Prozent der tatsächlichen Nutzer von Bezahlinhalten haben ein Online-Abo einer Zeitschrift oder eines Magazins abgeschlossen, Artikel aus Fachzeitschriften beziehen 42 Prozent der befragten Nutzer. Sonstige journalistische Texte werden von 24 Prozent der Befragten gekauft. Über die Hälfte der Paid Content-Nutzer, nämlich 55 Prozenterwerben vereinzelt Artikel, die sie interessieren.

Warum aber stößt Paid Content auf so geringe Gegenliebe? Letztendlich hängt es am Geld: 43 Prozent der Befragten sagen, dass sie die Angebote oft für zu teuer halten. Zwar geben 40 Prozent an, dass es für sie selbstverständlich sei, für journalistische Inhalte zu zahlen. 24 Prozent bemängeln allerdings, dass häufig keine guten Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung stünden. ire
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