Media-Analyse 2017 Radio I Das sind die Gewinner und Verlierer der Radio-MA

Mittwoch, 08. März 2017
Die Gesamtreichweite des Hörfunks ist gesunken
Die Gesamtreichweite des Hörfunks ist gesunken
Foto: Digitalradio
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SWR WDR AS&S Radio Radio NRW NDR 2 Radio FFH 1Live


Es ist mal wieder Zeugnistag für die deutschen Radiomacher - und der Tag der munteren Zahlenspiele. Kaum ein Sender lässt sich die Chance entgehen, sich aus dem unerschöpflichen Datenreservoir der Media-Analyse eine Kategorie herauszupicken, in der er besser dasteht als die Konkurrenz. Wir beschränken uns auf die zentrale Größe Hörer pro Stunde und präsentieren die Gewinner und Verlierer der Media-Analyse 2017 Radio I. Antenne Bayern ist mit Abstand der größte Verlierer und fällt hinter WDR 2, SWR 3 und 1 Live zurück. 
Zunächst zu den erfeulichen Zahlen: Am deutlichsten konnte nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten der WDR 2 in der Hörergunst zulegen. Der öffentlich-rechtliche Sender verzeichnet im Schnitt 1,071 Millionen Hörer pro Stunde (Hörer ab 10 Jahren, Montag bis Freitag), was einem Zuwachs von 32.000 Hörern entspricht. Da Antenne Bayern erneut zahlreiche Hörer verloren hat, steigt WDR 2 damit zugleich zum größten Einzelsender auf.  Der zweitgrößte Gewinner ist der Privatsender Radio 21 aus dem niedersächsischen Garbsen. Das Plus von 28.000 Hörern pro Stunde auf 126.000 Hörer pro Stunde entspricht bei dem vergleichsweise kleinen Sender einem prozentualen Reichweitenzuwachs von 29 Prozent. Zum Vergleich: Beim nordrhein-westfälischen Mantelprogrammanbieter Radio NRW, mit einem Plus von 27.000 Hörern die Nummer 3 bei den Gewinnern, entspricht dieser Zuwachs auf insgesamt 1,7 Millionen Hörer pro Stunde gerade einmal einem Plus von 1,6 Prozent. Zu den weiteren Gewinnern zählen mit RTL Radio, Antenne 1, NDR 2, SWR 1 Baden-Württemberg, Star FM 87.9, hr1 und Bayern 2 gleichmaßen große und kleine, öffentlich-rechtliche wie private Sender. 

MA 2017 Radio I: Die Gewinner

SenderHörer in Tsd.Veränd. AbsolutVeränd. in %
WDR 21.071+32+3,1
Radio 21126+28+28,6
Radio NRW1.716+27+1,6
RTL Radio141+25+21,6
Antenne 1208+25+13,7
NDR 2795+24+3,1
SWR 1 BW417+24+6,1
Star FM 87.984+24+40,0
hr1197+23+13,2
Quelle: Agma (Hörer pro Stunde in Tsd. / Deutschsprachige Bev. ab 10 Jahren)

Der mit Abstand größte Verlierer der jüngsten Radio-MA ist Antenne Bayern. Der jahrelang reichweitenstärkste deutsche Radiosender musste zum wiederholten Mal kräftig Federn lassen und verliert bei einem absoluten Minus von 192.000 Hörern 16 Prozent seiner Reichweite. Mit 1,01 Millionen Hörern pro Stunde fällt die private Welle zudem hinter die öffentlich-rechtlichen Sender WDR 2, SWR 3 und 1 Live zurück. Auch der hessische Marktführer Hit-Radio FFH wurde erneut schwer gebeutelt und verliert 70.000 Hörer pro Stunde - ein Minus von 13,2 Prozent. Auch die öffentlich-rechtlichen Dickschiffe SWR 3, Bayern 3, 1Live, SWR 1 Rheinland-Pfalz und hr 3 gehören zu den großen Verlierern der aktuellen Erhebungswelle. 

MA 2017 Radio I: Die Verlierer

SenderHörer in Tsd.Veränd. AbsolutVeränd. in %
Antenne Bayern1.011-192-16,0
Hit Radio FFH459-70-13,2
SWR 31.031-59-5,4
Bayern 3743-34-4,4
1Live1.042-30-2,8
SWR 1 Rheinland-Pfalz155-28-15,3
Radio 7169-28-14,2
hr3308-26-7,8
Harmony FM28-25-47,2
Radio Paloma81-22-21,4
Quelle: Agma (Hörer pro Stunde in Tsd. / Deutschsprachige Bev. ab 10 Jahren)

Die beiden großen Radio-Vermarkter verlieren durch die Verluste ihrer großen Zugpferde ebenfalls an Reichweite: Bei AS&S Radio beträgt das Minus 1,7 Prozent, das Portfolio von RMS liegt mit 3,6 Prozent im Minus. Insgesamt sank die Reichweite der erfassten Sender um 2,6 Prozent auf knapp 21 Millionen Hörer pro Stunde. Das Interesse am Hörfunk ist insgesamt gesunken. Unter der Woche hören 78,1 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab zehn Jahren (56,627 Millionen) täglich Radio, das sind fast 380.000 weniger als bei der jüngsten Erhebung. Die tägliche Hördauer liegt im Schnitt bei 189 Minuten. dh, mit Material von dpa
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