Mathias Döpfner Warum Springer seine beste Zeit noch vor sich hat

Mittwoch, 16. April 2014
Mathias Döpfner eröffnete die Hauptversammlung von Axel Springer
Mathias Döpfner eröffnete die Hauptversammlung von Axel Springer

Seinen größten Auftritt hatte Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner heute zweifellos in der "FAZ", doch auch in der Hauptversammlung seines Konzerns schlug der Vorstandsvorsitzende deutliche Töne an. Die richteten sich zwar nur kurz gegen Google, untermauerten aber erneut die Marschrichtung Springers hin zum "führenden digitalen Verlag". Der Anteil digitaler Medien sei schon jetzt in vielen Bereichen "überraschend groß": Sie machten derzeit 47 Prozent des Umsatzes aus, 70 Prozent der Werbeerlöse und 62 Prozent am operativen Ergebnis. Grund dafür sei kein "dramatischer, erdrutschartiger Verfall des Printgeschäfts", so Döpfners Erklärung. "Aber Wachstum findet eben vorrangig auf den digitalen Kanälen statt", weshalb man die Idee der Zeitung vom Papier emanzipieren müsse.

Die Etablierung von Bezahlmodellen ist laut Döpfner dafür unumgänglich. In einer Medienwelt, in der der Leser Paid Content bisher weder gelernt noch gewohnt habe, gäben sowohl die ersten Zahlen des Online-Angebots der "Welt" als auch von "Bild plus" Grund zur Hoffnung. Auch die gesetzliche Verankerung des Leistungsschutzrechtes für Presseverlage mache optimistisch: "Wenn andere Leute unsere Inhalte stehlen wollen, müssen sie dafür bezahlen", so Döpfner in ungewohnt scharfen Worten - adressiert auch an Suchmaschinengigant Google, der in seinem Dienst Google News die Inhalte deutscher Verlage aggregiert.

Letzlich seien die Nutzer bereit, für relevanten Inhalt zu bezahlen. "Die Meinung, nach der Content oldschool und User-generated-Content die Zukunft sei, ändert sich gerade wieder: Der Mensch erkennt, dass selbst der beste Suchalgorithmus nur hilft, wenn es Inhalte gibt, die sich zu finden lohnen", so Döpfner. "Deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass Springer seine beste Zeit noch vor sich hat." Und darauf kann sich der Berliner Konzern künftig wohl ganz ohne Ballast konzentrieren: Der Verkauf des Zeitungs- und Zeitschriftenpakets an die Funke Mediengruppe ist so gut wie unter Dach und Fach, die Gespräche mit dem Bundeskartellamt gehen Döpfner zufolge dem Ende entgegen. Funke werde kleinere Programmzeitschriften verkaufen müssen, auf das eigene Geschäft habe diese Auflage jedoch keine Auswirkungen. Das Kartellrisiko trägt Funke. kl
Meist gelesen
stats