"Massenhafte Urheberrechtsverletzungen" Wissenschaftsverlage verklagen Researchgate

Mittwoch, 15. November 2017
Unter Beschuss: Researchgate-Gründer Ijad Madisch (rechts)
Unter Beschuss: Researchgate-Gründer Ijad Madisch (rechts)
© Researchgate

Streit in feinsten Forscherkreisen: Der britisch-niederländische Wissenschaftsverlag Elsevier und die American Chemical Society verklagen das Berliner Forschernetzwerk Researchgate vor dem Landgericht München. Der Vorwurf: "massenhafte Urheberrechtsverletzungen".

Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital in seiner Dezemberausgabe, die am 16. November erscheint. Laut Capital-Pressemitteilung geht es in dem Streit um Millionen von Fachartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, die Researchgate-Nutzer auf ihre Profile in dem sozialen Netzwerk hochgeladen hätten, obwohl sie dazu nicht befugt seien.

"Wir sind nicht damit einverstanden, dass Researchgate mit diesen Inhalten Geld verdient", zitiert die Vorabmeldung James Milne, den Chef der Journals Publishing Group der American Chemical Society. Schließlich sei das Start-up keine Non-Profit-Organisation, sondern ein "kommerzielles Unternehmen, hinter dem unglaubliche Mengen an Risikokapital stehen".

Elsevier und die American Chemical Society haben laut Capital im Oktober mit den Verlagen Wiley, Wolters Kluwer und Brill die "Coalition for Responsible Sharing" gegründet, um Druck auf Researchgate auszuüben. Die Verlagsallianz habe das Unternehmen aufgefordert, die Fachartikel zu entfernen. Immerhin 1,7 Millionen davon habe Researchgate bis Anfang November in einen nicht öffentlichen Modus verschoben. Den Verlagen reiche das nicht, sie störten sich daran, dass die Berliner zu keiner grundsätzlichen Einigung bereit seien. rp

Meist gelesen
stats