Markttest gescheitert "Spiegel Fernsehen" geht nicht in Serie

Donnerstag, 29. Juni 2017
"Spiegel Fernsehen" ist schon wieder Geschichte
"Spiegel Fernsehen" ist schon wieder Geschichte
Foto: Spiegel Verlag
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Der Spiegel Programmzeitschrift


Jetzt wird es bald mal Zeit für einen Erfolg: Der Spiegel-Verlag geht mit seiner im Mai mit nur zwei Ausgaben in Hessen getesteten Programmzeitschrift „Spiegel Fernsehen“ nicht in Serie. Das ist nicht der erste Flop eines Kurzzeit-Marktversuchs in jüngster Zeit.

„Die Resonanz im Handel blieb insgesamt unter den Erwartungen“, teilt eine Sprecherin auf Anfrage mit: „Aufgrund fehlender wirtschaftlicher Perspektive wird es daher keinen bundesweiten Marktstart des Magazins geben.“

"Spiegel Fernsehen" ist schon wieder Geschichte
"Spiegel Fernsehen" ist schon wieder Geschichte (Bild: Spiegel Verlag)
Zu dem „neuartigen Konzept einer Programmzeitschrift“ habe man aber „viele positive Rückmeldungen von Lesern bekommen“. Die besten Ideen aus „Spiegel Fernsehen“ sollen in neue und bestehende Produkte übertragen werden. Doch das war nicht das Ziel. Sondern: Seit vergangenem Jahr will der Verlag beweisen, dass er nicht nur sparen, sondern auch die branchenüblich notorisch sinkenden Umsätze des Wochenmagazins durch eine Vielzahl neuer Print-Ableger und digitaler Produkte abfangen kann. Eines davon hätte „Spiegel Fernsehen“ als Programmie für Anspruchsvolle sein können. Auch das Best-Ager-Magazin „Spiegel Classic“ beendete der Verlag im Mai im Schnellverfahren, ebenso wie etwas länger zuvor die Nordrhein-Westfalen-Seiten im "Spiegel".

Umso größeres Augenmerk liegt nun auf dem Web-Bezahlmodell Spiegel Plus (im Juni 2016 gestartet), bei dem man sich noch im Lernmodus befindet, und der digitalen Bezahl-Nachmittagszeitung „Spiegel Daily“ (Mitte Mai gestartet). Zu letzterer kursieren im Haus unterschiedlich hohe vier- bis niedrig fünfstellige Abo-Zahlen.

„Je mehr Neues wir starten, desto eher wird auch mal etwas nicht funktionieren“, sagte Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass im Mai im Interview mit HORIZONT. Mit neuen Produkten will der Verlag bis 2019 rund 20 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Bis Ende 2016 waren davon erst 4 Millionen Euro neu in der Kasse, vor allem durch frische Ableger wie „Spiegel Biografie“. Unterdessen hat man mit der Hochglanz-Beilage „S-Magazin“ ein Print-Produkt angekündigt, das sich nicht am Kiosk verkaufen, sondern über den Werbemarkt rentieren soll. rp

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