Marketing im Pressehandel Neutrales Grosso: BGH weist G+J-Beschwerde zurück

Montag, 15. Dezember 2014
G+J-Vertriebschef Nils Oberschelp kommt beim BGH nicht durch
G+J-Vertriebschef Nils Oberschelp kommt beim BGH nicht durch
Foto: G+J

Akte bleibt geschlossen: Im jahrelangen Rechtsstreit um Marketingmaßnahmen der Bauer Media Group im Pressehandel gibt es keine Verlängerung. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine Beschwerde von Gruner + Jahr zurückgewiesen, wohl mangels Relevanz des Streits.

Worum es geht: Im März 2010 hatte Bauer auf seine für den Einzelhandel umsatzstärksten Titel ein entsprechendes "Siegel" gedruckt und Grossisten und Einzelhändler aufgefordert, diese besser zu platzieren. Es folgten Proteste anderer Verlage, die die Neutralität des Grossos verletzt und ihre eigenen Portfolios diskriminiert sahen. Wortführer der Kritiker war G+J.

Eine wahre Schlacht aus Abmahnungen und Prozessen beschäftigte die Anwälte. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg hat am Ende im Juli 2013 zwar vermeintlich neutral wirkende Siegel (die Bauer seit 2011 nicht mehr einsetzt) verboten, erlaubte Verlagen aber Titelmarketing – Informationen, Kampagnen – auch im Grosso, um auf bessere Behandlung der eigenen Titel im Einzelhandel hinzuwirken. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Dagegen hatte G+J im August 2013 eine Nichtzulassungsbeschwerde beim BGH eingelegt, um doch eine Revision durchzusetzen. Das OLG habe "teilweise holzschnittartige Ausführungen vor allem zur Neutralitätspflicht der Grossisten gemacht, die nicht überzeugen", schrieb G+J-Vertriebschef Nils Oberschelp ans Grosso.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der BGH die Beschwerde mittlerweile zurückgewiesen; eine G+J-Sprecherin bestätigt dies auf Anfrage. Offenbar wirft der Streit für die Karlsruher Richter zu wenige entscheidungserhebliche Grundsatzfragen auf, um ihn erneut aufzurollen. rp

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