Manager-Pensionen So viel kassieren die Vorstände von Medienkonzernen im Alter

Montag, 29. September 2014
Top-Manager müssen in der Regel auch im Alter nicht darben
Top-Manager müssen in der Regel auch im Alter nicht darben
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Vorstände von börsennotierten Unternehmen gehören zu den Top-Verdienern. Auch im Ruhestand können sich die ehemaligen Manager meist auf üppige Zahlungen ihrer ehemaligen Arbeitgeber verlassen. Im Schnitt haben die im DAX notierten Unternehmen 500.000 Euro für die betriebliche Rente ihrer aktiven Vorstände zurückgestellt. Das geht aus einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Auch für die im MDAX-notierten Medienkonzerne nennt die Studie Zahlen.
Am meisten der drei in der Studie genannten Medienkonzerne Pro Sieben Sat 1, Sky und Axel Springer hat der Verlagskonzern aus Berlin für seine Spitzenmanager zurückgelegt. Für die früheren Vorstände beliefen sich die Rückstellungen im vergangenen Jahr auf 32,4 Millionen Euro, an ehemalige Manager ausbezahlt wurden 2,6 Millionen Euro. Für die aktiven Vorstände hat der Medienkonzern 7 Millionen Euro auf die hohe Kante gelegt. Keine Angaben macht Axel Springer zur Berechnungsgrundlage für die Pensionen seiner Spitzenkräfte. In der Regel bekommen ehemalige Vorstände mit Erreichen der Altersgrenze einen bestimmten Prozentsatz ihres letzten Fixgehalts ausbezahlt. Vorstandschef Mathias Döpfner muss ohnehin nicht mehr um seine Altersvorsorge bangen. 2012 schenkte die Großaktionärin Friede Springer dem seit 2002 amtierenden Vorstandsvorsitzenden 2 Prozent der Aktien an dem Konzern. Insgesamt hält Döpfner aktuell 3 Prozent der Anteile an Axel Springer.

Keine Angaben zu den Pensionsrückstellungen für sein Spitzenpersonal macht Sky. Für zwei von vier Vorständen hat der Konzern eine individuelle Altersversorgung vereinbart, die Beitragshöhe liegt bei vergleichsweise bescheidenen 8 beziehungsweise 9 Prozent des jährlichen Fixgehalts - bei einer garantierten Mindestauszahlung.
Thomas Ebeling kann sich über einen Bonus von 23,4 Millionen Euro freuen (Foto: P7S1)

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Bei Pro Sieben Sat 1 bekommen die Vorstände bei Erreichen der Altersgrenze von 62 Jahren 20 Prozent ihres bisherigen Festgehalts. Für seine früheren Vorstände hat der Konzern derzeit 10 Millionen Euro zurückgelegt, für die aktiven Vorstände beliefen sich die Rückstellungen 2013 auf 1,9 Millionen Euro. Vorstandschef Thomas Ebeling hat demnach bislang Pensionsansprüche in Höhe von rund 870.000 Euro pro Jahr angesammelt.

Nach Einschätzung des Studienautors und Vergütungsberaters Heinz Evers liegen die Leistungen für die ehemaligen Medienmanager damit unter dem Durchschnitt der im MDAX notierten Unternehmen. dh
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