"Manager Magazin" Steffen Klusmann wird neuer Chefredakteur

Donnerstag, 01. August 2013
Steffen Klusmann soll Arno Balzer beerben
Steffen Klusmann soll Arno Balzer beerben

Schneller Wechsel: Steffen Klusmann, gerade mal fünf Monate Vize beim "Stern" (Gruner + Jahr) und zuvor oberster Chefredakteur der früheren G+J-Wirtschaftsmedien ("FTD", "Capital"), soll nach Informationen von HORIZONT.NET der Nachfolger von Arno Balzer als Chefredakteur des "Manager Magazins" werden. Eine Verlagssprecherin bestätigte dies bis Mittwochabend nicht; eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. (Nachtrag: Die offizielle Bestätigung kam am Donnerstagvormittag per Pressemitteilung - siehe unten) Normalerweise wären solche an Job-Hopping erinnernde Aktionen vertragsrechtlich kaum möglich und stilistisch höchst unfein. Doch im Fall "Manager Magazin" und Klusmann liegen die Dinge etwas anders: G+J ist direkt (24,9 Prozent) und indirekt (25,5 Prozent an der Rudolf Augstein GmbH, die wiederum die restlichen 75,1 Prozent an "MM" hält) an dem Blatt beteiligt - durchgerechnet sind es damit immerhin 44 Prozent. Und als Großgesellschafter dürfte G+J ein vitales Interesse daran haben, dass das "Manager Magazin" nach dem abrupten Abschied von Balzer schnell einen neuen Chef findet, den man kennt, schätzt und einschätzen kann. Insofern darf man davon ausgehen, dass sich der "MM"-Hauptgesellschafter (die Mitarbeiter KG des Spiegel-Verlags) rasch mit G+J einig geworden sein könnte.

Allein "Stern"-Chefredakteur Dominik Wichmann dürfte kaum amüsiert sein, hat er zurzeit mit dem Umbau seiner Strukturen doch genug zu tun, vor allem mit der Zusammenlegung der Print- und Online-Redaktion. Sein Stellvertreter Klusmann sollte hier die digitalen Angebote verantworten. Dafür wurde Klusmann im Frühjahr eigens für ein paar Wochen zum Medienpraktikum nach New York entsandt - was seine Integration in die als eigenwillig geltende "Stern"-Redaktion nicht beschleunigt haben soll.

Für den Chefposten beim "Manager Magazin" indes scheint Klusmann bestens geeignet: Er gilt als erfahrener Magazinmann - und (wie Balzer) als einer, der lieber an der Recherchefront und am Produktionstisch arbeitet als auf öffentlichen Bühnen steht.

Auch mit Job-Hopping vom und zum "MM" hätte er Erfahrung: Klusmann wurde nach einem Volontariat an der Holtzbrinck-Schule Redakteur bei der "Wirtschaftswoche". 1996 wechselte er zum "Manager Magazin" und 1999 ins Entwicklungsteam der "FTD", wo er dann das Agenda-Ressort leitete. 2003 kehrte er als Vize zum "MM" zurück - um nach nur einem Jahr wiederum zur "FTD" zu gehen, nun als Chefredakteur. Im April 2009 wurde Klusmann nach der Redaktionsfusion der vier G+J-Wirtschaftstitel zudem "Capital"-Chef und Sprecher des Chefredakteurskollegiums.

Nach der Einstellung der "FTD" Ende 2012 und dem Verkauf von "Börse Online" und "Impulse" blieb ihm und G+J zuletzt nur der Traditionstitel "Capital". Im Frühjahr hat er dessen Chefredaktion seinem früheren "FTD"-Ressortleiter Horst von Buttlar übergeben, der die dann erfolgte Neuausrichtung des Monatsmagazins verantwortet. rp

Nachtrag: Mittlerweile kam die offizielle Bestätigung per Pressemitteilung. Klusmann, 47, werde "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" neuer Chefredakteur des "MM". Bis auf Weiteres werde die Redaktion von den beiden stellvertretenden Chefredakteuren Martin Noé und Henrik Müller geführt. Geschäftsführer Ove Saffe lobt Klusmann als "erfahrenen Blattmacher und ausgewiesenen Online-Experten im Bereich der Wirtschaftsmedien", der die publizistische Zukunft der Medienmarke "MM" erfolgreich gestalten werde - "gedruckt und digital".
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