Magazine Jörg Quoos will Nutzwert beim "Focus" reduzieren

Mittwoch, 20. November 2013
Jörg Quoos ist seit Januar Chefredakteur des "Focus"
Jörg Quoos ist seit Januar Chefredakteur des "Focus"
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Jörg Quoos treit den Umbau des "Focus" weiter voran: Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" betont der seit Anfang des Jahres amtierende Chefredakteur, dass er die journalistische Relevanz des Magazins von Hubert Burda Media weiter erhöhen will - die klassischen Nutzwert-Themen sollen dagegen mittelfristig reduziert werden.
Dabei sieht Quoos das Magazin bereits auf einem guten Weg: "Ich versuche, Qualität und Relevanz zu erhöhen. Der 'Focus' wird wieder häufiger zitiert. (...) Natürlich muss man dafür die Exklusivnachrichten auch haben. Wir können nicht bloß spielen, ein Nachrichtenmagazin zu sein", betont der ehemalige "Bild"-Vize. Geschichten mit Nutzwert wie zum Beispiel die beliebten Ärztelisten sollen zwar auch weiterhin fester Bestandteil des "Focus" bleiben - "aber ich will die Dosis verändern und mittelfristig verringern. Es wird wohl noch dauern, bis der Markt wahrnimmt: Da ändert sich was beim 'Focus'."

Das Magazin kämpft nach wie vor mit Auflagenverlusten: Im 3. Quartal dieses Jahres ist die verkaufte Auflage von 566.414 im Vorjahreszeitraum auf 530.931 Exemplare gesunken - ein Minus von 6 Prozent. Vor allem am Kiosk läuft es für das Magazin derzeit nicht rund: Anfang Oktober war das Magazin im Einzelverkauf erstmals unter die Marke von 60.000 Exemplaren gefallen.

Für Unruhe in der Redaktion sorgt derzeit auch der geplante Umzug wichtiger Ressorts von München nach Berlin. An der grundsätzlichen Ausrichtung des "Focus" soll sich dadurch aber nichts ändern, betont Quoos: "Es wird höchste Zeit, dass wir in der Hauptstadt präsenter sind, daher hole ich die Politik und die Kultur dahin. Und ich achte genau darauf, dass unser Profil nicht verändert wird. Nur weil der 'Focus' den Standort Berlin aufbaut, wird er keine Kreuzberger Gesinnungsverwirrung erleiden."

Auch die Erzählweise will der Chefredakteur verändern: "Natürlich pflegen wir weiter einen kurzen, prägnanten Erzählstil. Bei Titelthemen legen wir aber vier, fünf Seiten zu. Diese Tiefe ist lange eher untypisch für den 'Focus' gewesen. Wer bei mir einen Titel kauft, der ist nachher richtig satt." dh
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