MA Print "Spiegel" und "Focus" verlieren, "Stern" bleibt stabil

Mittwoch, 27. Januar 2016
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Die MA ist in der Regel ein Datenwerk, dessen Veröffentlichung Verlage nicht gar so aufgeregt entgegensehen müssen. Die Reichweitenwerte sind, anders als die Auflagen, meist stabil oder gar steigend, und auch die Forscher bestätigen verlässlich die "unverändert hohe Attraktivität des Werbeträgers Print". Verluste müssen "Spiegel", "Focus" und Co dennoch schlucken.
Im Ranking der reichweitenstärksten Einzeltitel gibt es allerdings kaum Veränderungen. Tabellenführer ist nach wie vor die Mitgliederzeitschrift "ADAC Motorwelt", die der aktuellen MA zufolge 15,10 Millionen Leser ab 14 Jahren erreicht. Axel Springers "Bild am Sonntag" rangiert auf Rang 3 und wird von 8,39 Millionen Menschen gelesen. Damit büßt die Zeitung 270.000 Interessenten ein. Ähnlich geht es im Spitzenfeld auch dem "Spiegel", der 250.000 Leser verliert (von 6,11 in der MA 2015/II auf 5,86 Millionen Menschen in der MA 2016/I). Burdas "Focus" verzeichnet im MA-Zeitraum 170.000 Leser weniger und erreicht knapp 4 Millionen Leser. Der "Stern" dagegen kann mit 6,52 Millionen Menschen konstante Zahlen vorlegen. Mit 56,3 Prozent bleiben die Programmies die reichweitenstärkste Gattung, angeführt von Bauers "TV 14" (6,63 Millionen Leser, minus 350.000). Stärker in dem Bereich ist nur das Supplement "RTV", das 10,16 Millionen Menschen erreicht.

MA I 2016: Die 20 reichweitenstärksten Zeitschriften

TitelMA 2016 Pressemedien IMA Pressemedien 2015 IIIndex
ADAC Motorwelt15,1015,13100
RTV10,1610,3398
Bild am Sonntag8,398,6697
TV 146,636,9895
Stern6,526,52100
Prisma6,176,3497
Der Spiegel5,866,1196
Bild der Frau5,655,7299
TV Movie5,025,0799
TV Spielfilm4,835,0097
Sport Bild4,124,14100
Focus4,014,1896
TV Digital3,783,8798
Hörzu3,633,7497
Bunte 3,513,6895
Auto Bild3,132,90108
TV Hören und Sehen3,003,2393
Geo2,963,1793
Kicker 2,822,9795
Computer Bild2,822,8699
Quelle: AGMA

Generell bleibt die Zeitschriftennutzung hierzulande auf hohem Niveau fast konstant: Rund 89 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland lesen die ausgewiesenen 151 Magazine - das sind 61,6 Millionen Leser. Julia Scheel, Vorstand Publikumszeitschriften der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma), verweist deshalb auf die "unverändert hohe Attraktivität des Werbeträgers Print", die sich trotz der Veränderungen durch die neue Bevölkerungsstatistik zeigen würden. So ist auch ein Vergleich der Leistungswerte mit denen des Vorjahres wieder möglich.

Der größte Gewinner unter den via Abo/Kiosk erhältlichen Zeitschriften ist Springers "Autotest", das gegenüber der letzten Untersuchung 210.000 Leser hinzugewinnt und nun in Deutschland 660.000 Menschen ab 14 Jahren erreicht. "Die Neue Frau" aus dem Hause Klambt lesen laut neuer MA nun 60.000 Leute mehr - insgesamt 250.000 Menschen. Die nächsten Plätze auf der Gewinnerliste: "Laura Wohnen kreativ" (plus 60.000 Menschen auf 250.000), "Shape" (plus 80.000 auf 340.000), "Leben & Erziehen" (plus 110.000 auf 470.000) und Condé Nasts Männertitel "GQ" (plus 130.000 auf 690.000 Leser).

Der Münchner Verlag liefert gleichzeitig den Titel mit dem größten Reichweitenverlust: Die Frauenzeitschrift "Myself" büßt 80.000 Leser ein und kommt nun auf eine Verbreitung von 350.000.  Schlechte Zahlen auch bei  "Bild + Funk" (Gong Verlag/Funke): der Titel verliert 140.000 Leser und erreicht noch 620.000 Menschen; "Familie & Co" (minus 50.000 auf 290.000 Menschen); "National Geographic" (minus 160.000 auf 1,12 Millionen) und "Eltern" (minus 130.000 auf 930.000 Leute). kan
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