MA Pressemedien II Mehr als die Hälfte der Zeitschriften verliert Leser

Mittwoch, 24. Juli 2013
Die großen Magazine verlieren zwischen fünf und 6 Prozent
Die großen Magazine verlieren zwischen fünf und 6 Prozent

Die Printmedien büßen weiter an Reichweite ein. Laut der Media-Analyse MA 2013 Pressemedien II verlieren 96 der 165 ausgewiesenen Zeitschriften Leser. 57 Titel gewinnen hinzu, zwölf Magazine halten ihre Reichweite stabil. Insgesamt sinkt die Nutzung der ausgewiesenen Publikumszeitschriften in Deutschland im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung (MA 2013 Pressemedien I) um 0,8 Prozentpunkte auf 64,3 Millionen Leser, das sind 91,4 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren.

MA 2013 Pressemedien II: Reichweite der Top 20 Zeitschriften

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Mit ihren hohen Reichweiten behaupten sich die Zeitschriften als stabile Größe im Leser- wie im Werbemarkt , bleibt Christian Goedecke, Vorstand Publikumszeitschriften der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA), offiziell gelassen. Ein Reichweitenverlust von weniger als einem Prozentpunkt zeige, dass Zeitschriften im wachsenden crossmedialen Wettbewerb bestens aufgestellt seien zumal viele Titel zusätzlich zu den Printreichweiten eine sehr hohe Online-Nutzung aufweisen , so Goedecke, im Hauptjob Leiter Media-Marketing beim Spiegel . Deshalb freue er sich nun auf die MA 2014 Intermedia, die dann auch crossmediale Markenreichweiten abbilden soll. Doch noch müssen die Verlage allein mit den Print-Zahlen vorlieb nehmen und das dürfte angesichts ihrer Reichweitenverluste besonders den Verantwortlichen von Popcorn , Lea und OK schwer fallen, die prozentual zu den größten Verlierern gehören. Groß ist die Freude hingegen bei Zuhause Wohnen , Auto Bild Allrad und Tina , die prozentual am meisten gewinnen (siehe Grafiken).

MA 2013 Pressemedien II: Top 10 Zeitschriften mit den höchsten prozentualen Gewinnen

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Reichweiten-Krösus Bild am Sonntag verliert 5 Prozent (440.000) der Leser und landet nun bei 9,48 Millionen Lesern. Stern (minus 350.000) und Spiegel (minus 300.000) verlieren ebenfalls jeweils 5 Prozent Reichweite und kommen nun auf 6,91 Millionen beziehungsweise 6 Millionen Leser. Der Focus gibt 6 Prozent (260.000 Leser) ab und verbucht nun eine Reichweite von 4,28 Millionen Lesern.


Etwas stärker als bei den Magazinen sinkt die Nutzung der gedruckten Zeitungen. Ihre Reichweite fällt gegenüber Vorjahr um 1,9 Prozentpunkte auf jetzt 64,7 Prozent, das sind 45,5 Millionen Leser. Angesichts der massiv wachsenden E-Paper-Nutzung und der weiter steigenden Onlinereichweiten der Tageszeitungen waren leichte Reichweitenverluste der gedruckten Ausgaben in allen Zeitungsgattungen zu erwarten , erklärt Gerhard Müller, Vorstand Tageszeitungen der AG.MA und im Hauptberuf Anzeigenchef Rhein Main Presse. Auch er hofft auf ein besseres crossmediales Gesamtbild in der künftigen MA 2014 Intermedia.

MA 2013 Pressemedien II: Top 10 Zeitschriften mit den höchsten prozentualen Verlusten

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Naturgemäß am deutlichsten zeigt sich die Print-Reichweitenerosion beim größten Titel Bild : Das Springer-Dickschiff verliert 620.000 Leser (5 Prozent), kommt aber immer noch auf eine Riesenreichweite von 12,2 Millionen Deutschen.

Im Gattungsranking liegen nach wie vor die Programmzeitschriften vorn, die von 60,3 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren gelesen werden - ein Minus von 2,6 Prozentpunkten gegenüber der ersten Erhebung in diesem Jahr. Auf Platz zwei folgen die aktuellen Zeitschriften und Magazine zum Zeitgeschehen, deren Reichweite leicht von 45,7 Prozent auf 44,4 Prozent zurückgeht. Die 14-täglichen Frauenzeitschriften (7,6 Prozent), die Wohn- und Gartenzeitschriften (11,6), die Do-it- yourself-Titel (1,8) sowie die Ess-Zeitschriften (7,8 Prozent Reichweite) entwickeln sich mehr oder weniger stabil. rp
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