MA Audio Agma legte erstmals konvergente Radio-Reichweiten vor / BVDW kritisiert Methodik

Freitag, 20. November 2015
Die MA Audio kombiniert die Reichweite klassischer Sender mit Online-Audio-Angeboten
Die MA Audio kombiniert die Reichweite klassischer Sender mit Online-Audio-Angeboten
Foto: Digitalradio
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Webradiosender Nutzerzahl Axel Pichutta


Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse hat am Donnerstag mit der MA 2015 Audio erstmals konvergente Radio-Reichweiten veröffentlicht. Die Erhebung ergänzt die klassische Mediaanalyse Radio um Nutzerzahlen von Webradiosendern.
Neben den klassischen Radiosendern werden in der MA Audio zusätzlich die Reichweiten von 15 Webradiosendern, 45 konvergenten Angeboten, also Kombinationen aus klassischem Radio- mit Online-Audio-Angeboten sowie 39 Online-Audio-Werbekombinationen ausgewiesen. Die MA Audio verknüpft die Daten aus drei Studien: Der klassischen MA Radio, der MA IP Audio, die die Reichweite von Online-Audio-Angeboten erhebt und einer Online-Tagebuchstudie, mit der erhoben wird, welche Personen über welche Geräte Audioangebote nutzen. Ausgewiesen werden Hörer pro Tag, Hörer pro Woche und Hörer pro zwei Wochen für einzelne Angebote und Vermarktungskombinationen. "Die ma 2015 Audio eröffnet Werbungtreibenden und Agenturen erstmals die Möglichkeit einer konvergenten Radioplanung auf einer einheitlichen Datenbasis", erklärt Axel Pichutta, Vorstandsvorsitzender der Agma und Vorstand Agenturen: "Mit der MA 2015 Audio erfüllt die Agma die Forderung der Nutzerseite nach einer konvergenten, einheitlichen und verlässlichen Planungsbasis für das Medium."

Allerdings gibt es an dem Zahlenwerk auch Kritik. So sieht der Bundesverband Digitale Wirtschaft BVDW "erheblichen Verbesserungsbedarf". Es sei zwar erfreulich, dass der Markt mit der MA Audio erstmals untereinander vergleichbare Netto-Reichweiten zur Verfügung gestellt bekomme. Allerdings werfe die Studie zahlreiche methodische Fragen auf.

So kritisiert der BVDW unter anderem, dass Streamingangebote wie Spotify nicht abgebildet werden. Außerdem sei die Frage, inwieweit die zentrale Herausforderung einer Konvergenzwährung, nämlich digitale und analoge Nutzung vergleichbar zu machen, valide bewältigt wurde. "Diesen Sachverhalt können wir aktuell noch nicht abschließend beurteilen", sagt Rainer Henze, Vorsitzender der Fokusgruppe Audio im BVDW. "Auf IP-Seite haben wir mit der technischen Messung aller Nutzungsvorgänge in Kombination mit einer Online-Tagebuch­studie eine recht harte Datenbasis." Die UKW-Seite basiere aber ausschließlich auf Telefonumfragen zur Markenerinnerung der Hörer.

Selbst die Offenlegung des Methodensteckbriefs könne nicht zufriedenstellend beantworten, ob diese Zahlen valide vergleichbar gemacht wurden, bemängelt der Vorstand von Laut.de. "Hier fordern wir die Agma dringend auf, die Publisher zur Zusammen­arbeit einzuladen und stehen als BVDW gerne mit unserer Expertise als Sparringspartner zur Verfügung, um die positive Grundlage, die mit der ma Audio für eine konvergente Planung geschaffen wurde, jetzt schnell und zielorientiert in eine wirklich medienadäquate und valide Konvergenz­währung zu überführen." Die Daten der ersten MA Audio stehen auf der Website der Agma zur Verfügung. dh
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