MA 2015 Radio II Antenne Bayern bleibt größter Sender / Vergleiche nur bedingt möglich

Mittwoch, 22. Juli 2015
Antenne Bayern ist die Nummer 1
Antenne Bayern ist die Nummer 1
Foto: Antenne Bayern
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Antenne Bayern SWR AS&S Radio RTL


Mit 1,22 Millionen Hörern in der Durchschnittsstunde bleibt Antenne Bayern der größte deutsche Radiosender. Es folgen die öffentlich-rechtlichen SWR 3 mit 1,09 Millionen Hörern und Eins Live mit 1,06 Millionen. Das größte Angebot bleibt Radio NRW mit 1,67 Millionen Hörern, das den Mantel für 45 Lokalradios in Nordrhein-Westfalen liefert. Vergleiche mit der MA 2015 Radio I aus dem Frühjahr sind wegen der Umstellung der Grundgesamtheit diesmal nur bedingt möglich.
Erstmals legt die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse ihren Reichweitenstudien die Daten der Volkszählung 2011 zugrunde. Danach leben in Deutschland 1,3 Millionen Menschen beziehungsweise 1,8 Prozent weniger, als bislang angenommen. Dies schlägt sich negativ in den Reichweitenstudien nieder.

Die größten Radio-Angebote

Quelle: Agma (Angaben in Millionen Hörer pro Stunde von Montag bis Freitag)
Wie hoch der Effekt ist, ist schwer abzuschätzen, da sich das Bevölkerungsminus sehr unterschiedlich nach Region und Altersgruppe auswirkt. Großstädte leiden zum Beispiel mehr. Nach Alter betrachtet gibt es vor allem in der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen deutlich weniger Einwohner als bislang angenommen. Letzteres ist besonders hart für die Vermarkter, weil noch 14 bis 49 Jahre als relevanteste Zielgruppe gilt. Was nun Markt- und was Methodeneffekte sind, ist schwer zu unterscheiden. Das Minus von 12,7 Prozent das Antenne Bayern aktuell ausweist, dürfte sich auf beides zurückführen zu lassen. Das Minus von 2,8 Prozent bei SWR 3 und von 1,6 Prozent bei Eins Live ist dagegen kaum klar zu interpretieren. Saubere Vergleiche werden erst wieder ab der MA 2016 Radio I möglich sein.

Von der Anpassung an den Zensus 2011 sind besonders Großstädte wie Hamburg und Berlin betroffen. In der MA wirkt sich dies jedoch nicht eindeutig aus. Während Alster Radio ein Minus von 9,3 Prozent auf 49.000 Hörer in der werktäglichen Durchschnittsstunde bei den ab 10-Jährigen hinnehmen muss, legt Energy Hamburg um 13 Prozent auf 26.000 Hörer zu. Der größte Sender Radio Hamburg bleibt mit einem Plus von 1,6 Prozent und 188.000 Hörern nahezu stabil. Bei den 14- bis 49-Jährigen Hörern legen jedoch alle drei Stationen deutlich zu.

Anders das Bild in Berlin und Brandenburg. Hier verlieren viele Sender. Große Stationen wie 104.6 RTL mit 184.000 Hörern und Antenne Brandenburg mit 199.000 Hörern  liegen in beiden Zielgruppen zweistellig im Minus, BB Radio mit 161.000 Hörern dagegen nur mit 7,5 Prozent in der Gesamtzielgruppe, aber 16,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Radio Eins liegt dagegen mit 101.000 Hörern um 3,1 Prozent im Plus, Radio Berlin 88,8 kann gar um 11,1 Prozent auf 100.000 Hörer zulegen. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen gewinnen diese Sender.

In den Bundesländern im Osten lassen sich keine eindeutigen Ableitungen treffen. Laut Zensus leben auch in Ostdeutschland in Summe weniger Anwohner als bislang angenommen. In der MA spiegelt sich das jedoch nicht eindeutig wieder. Die Stationen in Thüringen gewinnen deutlich, die in Sachsen verlieren fast durch die Bank.

Bei den Kombis rangiert die AS&S Radio Deutschland-Kombi bei den ab 10-Jährigen mit 10,94 Millionen Hörern (minus 2,1 Prozent) vor der RMS Super Kombi mit 10,23 Millionen Hörern (minus 0,9 Prozent). bei den 14- bis 49-Jährigen gab es dagegen eine deutliche Veränderung: Dort liegt unverändert die Super-Kombi vorn. Sie kommt auf 6,26 Millionen Hörer, das minus liegt bei 2,6 Prozent. Die AS&S Radio Deutschland-Kombi muss dagegen minus 6,2 Prozent hinnehmen und kommt auf 4,93 Millionen Hörer.

Erschwert wird die Analyse der Zahlen durch einen weiteren methodischen Effekt: Erstmals wurden für die MA auch Interviews via Handy durchgeführt. Über 8000 Menschen wurden auf diesem Wege erreicht und befragt. Die Umstellung trägt der Entwicklung Rechnung, dass immer mehr Menschen in Deutschland teilweise oder sogar nur via Handy zu erreichen sind. Außerdem wurde die Anzahl der Befragten in jüngeren Zielgruppen erhöht. Vor allem die Altersgruppe zwischen 20 und 49 Jahren ist per Festnetz schwer zu erreichen und war in der Befragung bislang unterrepräsentiert. Auch diese Anpassungen wirken sich erstmals in der MA aus.  pap

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