Livestreaming-Portal Twitch holt Burkhard Leimbrock als Deutschland-Chef

Freitag, 05. Mai 2017
Burkhard Leimbrock wird Deutschland-Chef von Twitch
Burkhard Leimbrock wird Deutschland-Chef von Twitch
© Twitch / Raimar von Wienskowski
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Twitch, das Unternehmen hinter dem Livestreaming-Videoportal Twitch.tv, eröffnet einen Standort in Hamburg. Leiter des Büros und gleichzeitig Commercial Director Europa wird mit dem ehemaligen Vizepräsidenten des BVDW Burkhard Leimbrock ein alter Bekannter.
Zuletzt arbeitete Leimbrock als General Manager für Deutschland und Österreich bei der Digital Agentur ReachLocal. Davor leitete er Marketing- und Sales-Teams bei Google, der WPP-Agentur Iconmobile, Vodafone, der Google-Tochter DoubleClick, Gruner + Jahr und Axel Springer. Seine primäre Aufgabe sollen die kommerziellen Aktivitäten von Twitch in Kontinental-Europa sein. Er und sein Team, das sich gerade im Aufbau befindet, sollen insbesondere Kundenbeziehungen aufbauen und intensivieren. "Social Video, E-Sport und Live-Gaming sind wichtige Zukunftsfelder für die digitalen Medien, und es wird mir viel Freude machen diese Themen voranzutreiben und dazu ein neues Team aufzubauen", so Leimbrock.
Twitch, das 2014 von Amazon übernommen wurde, wurde durch Livestreams von so genannten Let's Plays bekannt. Dabei nehmen Gamer ihr eigenes Spielerlebnis direkt vom Bildschirm als Video auf und teilen es auf Twitch. Auf diese Weise erreicht die Plattform ein Millionen-Publikum: Allein im Januar 2017 verzeichnete Twitch eigenen Angaben zufolge in Deutschland über 2 Milliarden Zuschauerminuten. Die Zahl der IVW-Visits lag im gleichen Zeitraum bei rund 290 Millionen. 

Geld verdient Twitch zum Einen mit Werbeschaltungen, die in die Streams der Gamer eingebettet werden. Um einen Teil der so generierten Einnahmen zu erhalten, müssen die Streamer Teil des Partner-Programms von Twitch werden. Im vergangenen Jahr führte das Unternehmen das neue Format Surestream ein, das nativ ausgeliefert wird - und damit auch Adblockern ein Schnippchen schlagen soll. Zu den Werbepartnern in Deutschland gehören Unternehmensangaben zufolge bereits Paramount, Nike und Red Bull. Außerdem ist Twitch seit vergangenem Jahr Teil von Amazon Prime. Amazon-Prime-Kunden sehen Twitch-Streams ohne Werbung. Dafür müssen sie ihr Nutzer-Konto lediglich mit ihrem Twitch-Account verbinden.
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Bild: Old Spice/Screenshot Youtube

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Neben Deutschland nimmt Twitch auch weitere Märkte ins Visier. So sollen im kommenden Jahr noch weitere Standorte außerhalb des Europa-Hauptsitzes in London eröffnet werden. Den Beginn dabei macht Stockholm, von wo aus Twitch Kunden in den nordischen Ländern betreuen will. Mit dem Büro in Hamburg wolle man aber ein klares Zeichen setzen, "dass Deutschland hohe Priorität für uns hat", so Leimbrock.

In Deutschland herrscht bei Twitch also große Aufbruchstimmung - zuletzt musste die Plattform allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen: Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen hat vom Twitch-Star PietSmiet (rund 80.000 Abonnenten) verlangt, eine Rundfunklizenz zu beantragen - ansonsten werde sein Account gesperrt. Dem kam der Gamer nun zuvor und legte seinen Twitch-Kanal vorerst still. ire
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