Leo Fischer Ex-Titanic-Chefredakteur bringt Zeit Magazin mit Gaga-Tweets in Bedrängnis

Donnerstag, 10. August 2017
Leo Fischer kaperte das Twitter-Profil des "Zeit Magazins"
Leo Fischer kaperte das Twitter-Profil des "Zeit Magazins"
© Screenshot Twitter

Das Zeit Magazin überlässt ihren Twitter-Account regelmäßig prominenten Gästen. In dieser Woche ließ die Redaktion den ehemaligen Titanic-Chefredakteur Leo Fischer an die Tastatur. Doch nach mehreren missverständlichen Tweets beendete die Zeit dessen Gastspiel vorzeitig. Der Satiriker hatte unter anderem den Tod von Mehmet Scholl verkündet.
Kurz nachdem bekannt wurde, dass sich die ARD von ihrem langjährigen Experten Mehmet Scholl trennt, twitterte das Zeit Magazin: "Eilmeldung: Mehmet Scholl ist tot". Urheber war der ehemalige Titanic-Chefredakteur, der seit Montag als Gast Zugang zum Twitter-Account des Zeit Magazins hatte.  Kurz darauf setzte der Satiriker noch einen drauf und twitterte "Eilmeldung: Südkoreanische Medien melden Explosion, Lichtblitz über Pyöngjang". Bei beiden Tweets fehlte das Kürzel "lf", mit dem Fischer seine Tweets eigentlich kennzeichnen sollte. 

Etwa eine halbe Stunde später schob Fischer eine "Richtigstellung" nach ("Wir bedauern die Falschmeldung der atomaren Sprengung Pjöngyangs und Mehmet Scholls. Ein Fehler im Endlektorat!").

Da 
die missverständlichen Tweets allerdings bereits erste Reaktionen - unter anderem von Bild-Chef Julian Reichelt - nach sich gezogen hatten, zog die Onlineredaktion des Zeit Magazins die Reißleine. "Ich kann mich bei nicht mehr einloggen", twitterte Fischer um 11.45 Uhr. Die Redaktion teilte kurz darauf mit: "Die Tweets wurden umgehend gelöscht, sie sind nicht mit unseren Standards vereinbar. Die Twitter-Kolumne von Leo Fischer wurde beendet." 

Fischer selbst reagierte - wie könnte es anders sein - mit einem satirischen Kommentar: "Bin etwas bestürzt, daß die Online-Politik der offenbar im Springerhochhaus gemacht wird." 

Die Reaktionen auf die Tweets von Fischer im Internet waren gespalten: "Nicht witzig. Nicht einmal professionell", kommentierte etwa Journalist Marko Langer. Bei Twitter tauchte indes schnell der Unterstützer-Hashtag #FreeLeo auf. Satiriker Shahak Shapira sprang seinem Kollegen mit einem guten Rat zur Seite: "Leo einfach die Tweets vor den Zeit-Headquarters sprühen hab Kreidespray günstig abzugeben ruf mich an." dh 

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