Leistungsschutzrecht Gespräche mit VG Media "weit fortgeschritten"

Dienstag, 12. November 2013
Appelliert an die Verlagsbranche: Burda-Vorstand Philipp Welte
Appelliert an die Verlagsbranche: Burda-Vorstand Philipp Welte


Als im August das umstrittene Leistungsschutzrecht für Presseverlage in Kraft getreten ist, endete zwar ein langer Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern - die Umsetzung des Gesetzes in der Praxis war bislang allerdings noch völlig unklar. Inzwischen kristallisiert sich eine Lösung heraus: Sowohl Axel Springer als auch Burda wollen das Recht von der VG Media durchsetzen lassen.
Die Verwertungsgesellschaft vertritt, genau wie die GEMA für Komponisten oder die VG Wort für Autoren, die Urheber- und Leistungsschutzrechte der nahezu gesamten privaten Rundfunkindustrie in Deutschland und mehrerer Sender aus weiteren Ländern. Zu den vertretenen Sendeunternehmen zählen TV-Stationen wie Pro Sieben Sat 1 und RTL sowie Radiosender wie Antenne Bayern und Hit Radio FFH.

Knapp drei Monate nach in Kraft treten des Leistungsschutzrechts für Verlage haben nun auch Springer und Burda die Bereitschaft signalisiert, Gesellschafter der VG Media zu werden. Laut Burda-Vorstand Philipp Welte sind die Gespräche darüber "weit fortgeschritten". "Es ist meine feste Überzeugung, dass die Verlage jetzt die große Chance haben, selbst über die gewerbliche Verwertung ihrer Inhalte durch Suchmaschinen und Aggregatoren zu entscheiden", so Welte weiter. Man müsse diese Aufgabe aber gemeinsam angehen.

Doch genau darin liegt offenbar nach wie vor das Problem. Abgesehen vom Springer-Konzern, der ähnlich vehement wie Burda für das Leistungsschutzrecht gekämpft hatte, halten sich andere Verlage momentan noch zurück, was die Zusammenarbeit mit der VG Media betrifft. Wie die Konzerne aus Berlin und München müssten die Häuser ihre jeweiligen Leistungsschutzrechte der VG Media ausschließlich übertragen. Das bedeutet: Wie die Rechte verwertet werden, entscheiden nicht mehr die Verlage selbst, sondern die Gremien der Gesellschaft, in denen die Häuser dann aber immerhin Mitglieder sind.

Derzeit erlaubt ein Großteil der deutschen Verlage beispielsweise Google vorläufig die kostenlose Nutzung der Inhalte in Form von Textauszügen, um die Listung bei Google News und den daraus resultierenden Traffic auf die Verlagswebsites weiter gewährleisten zu können. Prinzipiell regelt das Leistungsschutzrecht die Möglichkeit für Verlage, von Newsaggregatoren und Suchmaschinen wie Google Lizenzgebühren für die Verwendung von Artikeln im Internet verlangen zu können. kl
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